Ahlener SG tappt zum Start im Nebel



Ahlen (gl). Da tappt die Ahlener SG gleich zu Beginn im Nebel. Es herrscht zum Saisonstart in der Dritten Handball-Bundesliga babylonische Finsternis. Denn nicht nur,  dass das eigene blutjunge Team  in der Handball-Pubertät mit unberechenbaren Gefühlsschwankungen zu kämpfen hat.

Sebastian Paul fiebert dem Saisonstart in der Dritten Bundesliga entgegen.

Auch den Gegner des Sonntags (17 Uhr), den VfL Gummersbacher II, hat noch kein Ahlener gesehen. „Da ist denen wohl die Video-Kamera kaputt gegangen“, hat Spielertrainer Sascha Bertow vergeblich auf Filmmaterial über die Bundesliga-Reserve gewartet. Der VfL hat beim LIT Nordhemmern/Mindenerwald mit 33:31 gewonnen, und das hätte Bertow gern aus Studienzwecken gesehen. So aber musste er sich alles von seinem Kumpel, Lit-Trainer Bert Fuchs, erzählen lassen. Muss zur Not auch gehen.

„Ein explosives Team mit einem starken Rückraum, sehr beweglich“, ist Ahlens Übungsleiter jetzt nur bescheiden informiert, bevor er und seine Helfer, Jürgen Stolle auf der Bank und Co-Trainer Thorsten Szymanski, sich gegen das Unbekannte wagen. „Klar, alle sind ein bisschen nervös jetzt. Aber die Anspannung muss auch sein“, ist Bertow deutlich routinierter und deshalb auch etwas gelassener als sein Schnullersturm. „Meine Aufregung wird sich bis zum Wochenende sicher noch steigern.“

Das Lampenfieber des Teams hingegen, vielleicht noch mit Ausnahme der frisch verpflichteten alten ASG-Kämpen Mattes Rogowski und nun Christoph Wischniewski, dessen „Spielgenehmigung am Sonntag hoffentlich vorliegt“ (Bertow). hält sich die Woche über noch kostant hoch. Immerhin sind auch fast alle mit von der Partie, allein Torhüter Marco Parracino muss bis nächste Woche noch einen Bänderriss am Fuß auskurieren. Bertow kann sich also auch leisten, noch drei Spieler vorerst an die Zweite Garde abzugeben. Wen, und wer am Sonntag in die Stammsieben rückt, das behält Bertow noch für sich. Vieles ist eben offen, vieles in Bewegung.

So wenig vorhersehbar wie die Leistungsstärke beim historischen Neubeginn. „Sie spielen wellig: mal traumhaft sicher, mal Katastrophe“, beschreibt Bertow, wie sich das Spiel seines Teams innerhalb von fünf Minuten ändern kann. „Wir werden sicher noch Lehrgeld zahlen“, prophezeit er. Und hofft, dass das nicht gleich zu Saisonbeginn passiert. Kann sein, kann nicht sein – keiner weiß heute, was er morgen kriegt.

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