Glückliches Neubeckum und ASK Ahlen hadert



Neubeckum feiert den zweiten Sieg  - gegen den denselben Gegner wie immer. ASK verpasst eine dicke Chance vor der Winterpause.

Ausgebüxt: Neubeckums Tim Linnemann (M.) entwischt dem Drensteinfurter Mittelfeld. Eine seltene Szene im Kellerduell, und dennoch setzt sich der SVN nach 90 Minuten durch.

  Neubeckum/Ahlen (uwe/yam) -  Wie lange kann man eigentlich mit dem Feuer spielen und unbeschadet davonkommen? Der SV Neubeckum hätte das gestern sicherlich bis in die eisekalten Nachtstunden machen können, ohne sich auch nur einmal die Finger zu verbrennen. Jedenfalls so lange der Gegner SV Drensteinfurt hieß.

 „Was denn? Unsere Spielanlage war reifer, und denen ist wenig eingefallen“, war SVN-Trainer Bengt Pfeiffer nach dem so wichtigen 2:0 im Kellerkinder-Duell erleichtert. „Wir sind kompakt geblieben und haben es gut wegverteidigt.“ So kann man es auch sehen. 

Chancen vertan, aber wirklich jede?

Erklärt aber nur teilweise, wie sich der SV Neubeckum den so extrem wichtigen Dreier vor der Winterpause erzündelt hat. Denn die Gäste haben sich diese Pleite selbst zuzuschreiben. In Hälfte eins der, dem Tabellenstand angepassten Partie, erkannte der gute, tiefenentspannte Unparteiische Klaus Münstermann ein Abseitstor durch Steinert ab, und der anfangs starke Popil scheiterte mit einem Strafstoß an Torwart Gidom, der damit sein Foul an Benasaid wieder gut machte (34.).

 Dazu kamen noch zwei ordentliche Distanzchancen für Drensteinfurt, das damit aber dem offenen Feuer der Neubeckumer gefährlich nahe rückte. Denen fehlte bis dahin jeglicher Abschluss, nach dem Spielaufbau meist über Wiemann, Osmanovic und Halfar fehlte in jeder Aktion die Konsequenz vor dem Tor. Mit dann doch einer Ausnahme: Eine Minute vor der Pause zappelt der Kopfball Keskins plötzlich im Netz der völlig überrumpelten Gäste. 

Leichtsinn oder waghalsige Taktik?

Und dann folgte das, was Pfeiffer das „Wegverteidigen“ nannte. Oder, wie es sein „Zehner“ ausdrückte: „Wir haben sie kommen lassen.“ Ob das nicht etwas leichtsinnig war? Michel Osmanovic lacht und pocht listig auf die eigene Unerfahrenheit: „So oft haben wir ja noch nicht 1:0 geführt.“ 

Was soll man sagen? Recht haben sie behalten, die Neubeckumer. Was das dominante, aber grundharmlose Drensteinfurt immer falsch lief, stand Neubeckum jetzt immer richtig. Nach 68 Minuten wenigstens ein SVN-Torschuss, als Osmanovic einen Freistoß neben das Tor setzte.

Halfar macht den Deckel drauf

 Und in der 77. Minute ein Konter, wie man ihn sich nicht ausdenken kann und der letzte Grund, warum Neubeckum ohne Brandblasen aus diesem gefährlichen Spiel mit den Zündhölzern gekommen ist. Halfar geht steil über links und endlich, endlich kein Abdrängen ins Toraus, ein Abbruch oder ein Verlegenheitspass, sondern ein beherzter Schuss – langes Eck, drin zum 2:0. Wer so gewinnt, hat den Klassenerhalt aber zehnmal verdient.

ASK Ahlen lässt zu viele Chancen aus

 Das war kein guter Tag für die Topmannschaften in der Bezirksliga. Während der Spitzenreiter VfL Kamen verliert, holen mit ASK Ahlen und RW Westönnen zwei Verfolger jeweils nur einen Punkt. „Wenn man die anderen Ergebnisse sieht, war das natürlich ein Sechs-Punkte-Spiel. Man kann es aber auch so sehen, dass wir einen Punkt auf Kamen gut gemacht haben“, so ASK Ahlens Übungsleiter Bülent Kara nach dem 1:1 gegen den TuS Wiescherhöfen.

 Im letzten Spiel vor der Winterpause geriet ASK beim abstiegsbedrohten TuS früh in Rückstand (4.). Allerdings konnte Samet Akyüz dies schnell korrigieren und somit bereits früh für den Endstand sorgen (15.). „In der ersten Halbzeit war die Einstellung nicht gut, wir waren gar nicht gut im Spiel“, gibt Kara zu. 

Platz drei macht auch zufrieden

Gegen kämpferisch starke Hausherren spielten die Ahlener jedoch eine deutlich bessere zweite Halbzeit, in der sie verpassten, sich zu belohnen. „Wir haben viel zu viel liegenlassen und das Glück hat auch gefehlt“, ärgert sich Kara. Trotz des Punktgewinns können die Ahlener zufrieden sein, denn als Aufsteiger stehen sie zur Winterpause auf dem dritten Rang in Schlagdistanz zum Aufstiegsplatz. „Natürlich sind wir sehr zufrieden, als Aufsteiger da oben zu stehen, ist super. Aber wir wissen auch, wo wir uns in der Rückrunde noch verbessern müssen“, sieht Kara dennoch Verbesserungsbedarf.

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