HLZ Ahlens A-Jugend verballert in Rostock



Es gbt einfach so Tage ... Wenn der Kopf nicht will, ist das Herz allein überfordert. Die HLZ-A-Jugend weiß, was gemeint ist.

Ein halbes Dutzend Tore in Rostock: Jan Ferkinghoff traf ordentlich, aber es reichte insgesamt immer noch nicht. 

 Rostock (uwe) - Es muss wohl so gegen ein Uhr gewesen sein, als der Bus von der Ostsee zurück in Ahlen einfuhr. Gerade hatten die jungen Ahlener noch einmal ihre Partie in Rostock angeschaut. Und mitten in dieser Nacht kam Spielmacher Jan Holtmann nach der Video-Session die Erkenntnis: „So schlecht war das gar nicht. Wir haben nur nicht getroffen.“

Eine Kurzanalyse, die sein Trainer ganz und gar teilte. „Bestimmt um die 15 hundertprozentige Chancen haben wir vergeben“, war Sebastian Supenkamp das Mitzählen schon lästig geworden. Die 29:36 (15:15)-Niederlage im vorgeschobenen Kampf um Platz vier beim HC Empor Rostock war am Sonntag ein kleiner Rückschlag, aber eine starke Lektion für die Bundesliga-A-Jugend des HLZ Ahlen.

HLZ und Empor lange auf Augenhöhe

 Tatsächlich, so schlecht war das alles gar nicht, dort oben in der Fiete Reder-Sporthalle, wo sich das HLZ so viel mehr versprochen hatte. Aber der Kopf irgendwann nicht mehr mitmachte. Begonnen hatte alles auf Augenhöhe. Bis zum 21:20 für Ahlen (37.) stand der offene Schlagabtausch mit Rostock auf der Kippe.

 Dann wirkte sich langsam die Hektik und die vier Roten Karten aus, die die Unparteiischen nach und nach ins Duell brachten. Rostocks Jungs behielten einen kühlen Kopf, Ahlen nicht. Die Gastgeber trafen dreimal in Folge bis zum 23:21 und gaben die Führung dann nicht mehr ab. „Die Unsicherheit wuchs mehr und mehr und die Köpfe gingen immer weiter herunter“, erklärt sich Supenkamp eine Quote von Fehlern, die man nur einmal in der Saison haben kann.

Zum Ende noch einmal volles Risiko

Viermal frei vom Sechsmeter, Pässe zum Konter in des Gegners Hände und den Rostocker Torhüter anschießen. Die Jugendlichen des HLZ wurden Opfer der eigenen mentalen Barrieren. Am Ende half auch nicht das volle Risiko, nämlich eine offene Manndeckung – Rostock langte nach Lentzwalds 29:32 noch vier Mal zu und nagelte zum 36:29 den Deckel drauf.

 Auf dem Weg zurück in die Heimat legten die Trainer Supenkamp und Christopher Brehl im Bus das Spielvideo ein. Auf Wunsch der Mannschaft. „Noch einmal anschauen und dann komplett vergessen“, so der Tenor. Dass es hernach alles gar nicht so gruselig war, lässt hoffen. Noch sind genug Partien übrig zum Treffenlernen.

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