Kellerkinder unter sich: Enniger erwartet Ahlener SG



Der Verlierer kann ziemlich sicher schon die Sachen packen. Wenn der Letzte den Vorletzen empfängt, gibt es nichts zu Lachen.

Mit dem Mute der Verzweiflung: Der SuS Enniger, hier mit Fabian Kottlarz (l.) gegen Vorhelms Marvin Boschi, muss im Kellerduell gegen die ASG unbedingt etwas Zählbares holen. 

Enniger (uwe) - Willst du in Enniger ein Topspiel sehen, musst du die Tabelle drehen. Hört sich flapsig an, aber die Beteiligten finden so was gar nicht lustig. Wenn am Sonntag (15 Uhr) die Ahlener SG in Enniger antritt, dann regiert nicht der bunte Rausch der Sieger, sondern die graue Tristesse der Erfolglosen. Wenn auch mit nicht weniger Dramatik, vielleicht sogar noch mehr als in einem Spitzenspiel.

Wobei die beiden Schlusslichter ihr (momentanes) Scheitern auch noch auf dieselbe Ursache zurückführen. „Immer wieder Ausfälle auf wichtigen Posten, das ist bei unserem dünnen Kader problematisch“, sagt der sportliche Leiter der ASG, Peter Kriesche. Dabei geht es dem Vorletzten scheinbar ja noch gut, denn beim noch sieglosen SuS Enniger ist die Gesamtsituation noch deprimierender.

Rosendahl bietet seinen Rücktritt an

 „Bereit für so ein Spiel?“, fragt Trainer Peter Rosendahl, blickt auf das 0:4 gegen Oelde und das 1:7 gegen Roland und sagt: „Eher nein. Und grell drauf? Wahrscheinlich auch nicht.“ Dauerhaft zehn, zwölf Ausfälle durch Krankheit, Verletzung und Urlaub machen auch die Trainingsarbeit in Enniger so gut wie unmöglich. „Da kann man nicht auf die Mannschaft draufhauen, aber manche Leistungen machen einfach ratlos“, wirkt Rosendahl frustriert.

So sehr, dass er sogar seinen Rücktritt anbietet. „Wenn einer eine bessere Idee hat oder einen Plan, dann werde ich nicht im Weg stehen.“ Ob Sonntag gegen Ahlen eine Wende möglich ist?

Ahlener SG wirkt etwas entspannter

Peter Kriesche darf da kein Mitleid haben. „Das 1:6 gegen Stromberg war ja nicht so berauschend“, sagt der ASG-Manager und ist sicher: „Aber die Jungs wollen es jetzt besser machen und haben sich im Training ziemlich ins Zeug gelegt.“ Die suboptimale Platzierung habe auch was mit der Qualität zu tun, gibt er zu. Aber: „Da Potenzial ist gut.“

 So viel Optimismus in so einer kritischen Lage würde Enniger auch gern ausstrahlen. „Da müssen die Älteren auch mal Verantwortung übernehmen“, seufzt Rosendahl vor dieser vielleicht letzten Chance seines SuS, den Anschluss nicht zu verpassen. Der Verlierer, das wissen beide, kann schon mal früh das Köfferchen packen. Und das ist wahrlich nicht lustig.

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