Preußen, wer? RW Ahlen im Westfalenderby 



 1000 Fans kommen aus Münster, 2000 will Ahlen ins Wersestadion locken, das kann laut und dramatisch werden. Aber so sind sie die Derbys im Münsterland.

Ist es denn zu fassen!? Ahlens Mike Pihl freut sich hier nicht auf Preußen Münster, sondern bejubelt Lindners Fallrückzieher-Tor zum 1:0 über Düsseldorf.  

Ahlen (uwe) - Alle Spiele sind gleich. Aber einige sind gleicher. Wenn Andreas Zimmermann also glattweg behauptet, „das ist kein besonderes Spiel für uns“, dann muss man das nicht wörtlich nehmen. Denn der Trainer RW Ahlens ist nicht nur heiß auf Preußen Münster, der brennt sogar lichterloh. Endlich mal wieder ein Hauch meiner aktiven Zeit“, freut er sich diebisch auf erwartete 3000 Zuschauer, die Freitag Abend (19.30 Uhr) beim Westfalenderby Rabatz machen wollen. „Das wird aufregend und laut. Wer da nicht mitfiebert, dem ist nicht zu helfen“, zählt sich der Trainer mit zum allerengsten Kreis der Begeisterten.

 Auch deswegen, weil wohl keiner in Ahlen mehr die krasse Außenseiterrolle gegen den ungeschlagenen Tabellenführer so noch akzeptieren würde. „Die Preußen haben noch gegen kein Topteam gespielt. Aber jetzt, und das sind wir“, hat der Übungsleiter keinen Grund zu falscher Bescheidenheit. Sein Kollege muss ihm da beipflichten – wahrscheinlich ungern. „Ahlen hat keines der Spiele gegen Fortuna Köln, Wuppertal oder Düsseldorf II verloren. In Homberg haben sie in Unterzahl gewonnen. Dazu werden sie gegen uns sehr motiviert sein. Wir wissen, was kommt“, warnt Münsters Trainer Sascha Hildmann vor einer breiten Ahlener Brust. „Uns erwartet eine sehr kampf- und mentalitätsstarke Mannschaft.“

Nur zwei Sorgen plagen Zimmermann

 Worauf er wetten kann. Zimmermann liefert schon einen Vorgeschmack, wenn er betont, es sei schwer, bei der Leistung noch einen draufzulegen. Seine Jungs seien in Laufleistung und Sprints fast am Maximum angekommen. „Also mit Mut und Selbstvertrauen alles rausknallen – wie sonst auch“, ist der Trainer damit beim „normalen, keinem besonderen Spiel“ angekommen. Nicht mal für Preußen Münster ändert Rotweiß seine Spielanlage – also wie immer gegen jeden – „Egal, was dabei herauskommt.“

Aber tief in seinem Inneren plagen den Fußball-Lehrer doch noch zwei Sorgen: Zum einen die individuelle Qualität im Team des Gastes („Aber wir haben auch Topspieler“), zum anderen dass neben Lindner (zwei Spiele Sperre) auch der zweite Innenverteidiger Kahlert noch angeschlagen ist. Noch hat er ja Oktay Dal für die zentrale Kette. Ein Neuzugang, der Zimmermann bislang vollends überzeugte. „So wie Dal hätte ich früher auch gern gespielt“, seufzt Zimmermann, selbst gelernter Innenverteidiger. „Aber wir durften damals ja nicht über die Mittellinie hinaus.“

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.