RW Ahlen erwartet die Lippstädter Nachbarn



Man kennt sich, die Fußball-Welt ist überschaubar. Erst recht, wenn man so nahe beieinander liegt, macht ein Treffen besonders Spaß.. 

Fliegende Festung: (v. l.) Mike Pihl, Andreas Ivan, Jan Holldack und Patrik Twardzik heben in der Mauer ab. Nur Pihl bleibt locker, dieser Ball geht an ihm vorbei.

  Ahlen (uwe) - Immer wieder schön, wenn alte Freunde vorbeischauen. Jetzt sind die Lippstädter ja sowieso Nachbarn, aber dass die auch gleich noch ein Ehemaligentreff veranstalten, macht den Samstag sicher noch – sagen wir mal – interessanter.

Denn der Liga-Achte bringt gleich noch Luca Steinfeld, Mohamed El-Bouazzati und Paolo Maiella mit, alle drei kennen den Weg ins Wersestadion aus der letzten Saison noch auswendig. Und ausgerechnet Maiella macht auch noch so entscheidende Tore wie das 3:2 über Wegberg-Beeck in der 94. Minute – so haben die „08er“ jetzt schon dreimal in Folge gewonnen.

„Wer Samstag zu uns kommt, erlebt ein Spektakel“, ist Trainer Andreas Zimmermann vom 3:5 auf Schalke noch verwöhnt. Allerdings nur mit dem Teil ab der Pause. „Diese Reaktion war überragend“, kommentiert er noch den Volldampf-Fußball nach dem 0:4-Rückstand. Den will der seinen Ehemaligen und Nachbarn aus Lippstadt heute auf heißer Platte servieren: „Mal sehen, wie die damit fertig werden.“

Spektakel ist absehbar

Es dürfte überhaupt lebhafter werden im Stadion, denn neben den 150 Fans vom SVL erwartet RW Ahlen auch noch rund 1000 eigene Zuschauer. „Sogar nur 150 unserer Fans haben uns auf Schalke gefeiert“, hat das der Trainer genossen und will gar nicht mehr auf den Trommelwirbel von den Rängen verzichten. Allerdings, nochmal Fünf kassieren wäre dafür kontraproduktiv.

Deshalb brüten Ahlens Übungsleiter noch über der Abwehrkette. Ja, Rotsünder René Lindner sei „spielbereit“, mehr lässt sich Zimmermann nicht entlocken. Zuletzt haben nämlich auch Dal und Eickhoff in der Innenverteidigung harmoniert. Will er die auseinanderreißen?

Außerdem ist ja noch Kalle Kahlert da. „Als Kapitän und kopfballstark für vorn“, ist der Fußball-Lehrer hin- und hergerissen und meint, dass die letzten 45 Minuten Pause in Gelsenkirchen dem verletzungsanfälligen Oberschenkel des Abwehrchefs durchaus reichen würden, um sich vollends zu erholen. Nach dem Mangel also nun der Überfluss in der Defensive. Es gibt Schlimmeres.

So zum Beispiel, sich gegen Lippstadt die zweite Niederlage in Folge abzuholen. „Noch müssen wir kein Signal setzen“, wiegelt Zimmermann scheinbar entspannt ab. „Es ist erst der achte Spieltag.“ Was aber auch nicht heißt, dass Nachbarn und Ehemalige einen geruhsamen Nachmittag erwarten dürfen.

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