RW Ahlen nach kargem 2:1 im Pokal-Halbfinale



Keiner hat gesagt, dass es leicht würde. Tatsächlich war Ahlen nachher froh, am Ende souverän und knapp davongekommen zu sein.

Wie so oft eine starke Vorstellung: David Mamutovic traf zum 1:0 und bereitete das 2:1 vor. Der Außenstürmer RW Ahlens macht sich.

Vreden (uwe) - Bodennebel auf dem Vredener Kunstrasennebenplatz, unter der funzeligen Trainingsbeleuchtung rücken die Zuschauer fröstelnd enger zusammen. Es droht Raureif. Nein, Pokal ist nichts für Feiglinge.

Wirklich richtig warm wurde RW Ahlen tatsächlich erst, als die unwirtlichen 90 Minuten endlich überstanden waren. Der Oberligist SpVgg Vreden war dem hohen Favoriten Mittwoch Abend wie erwartet ein spitzer Stein im Fußballschuh. Mit einem mühseligen 2:1 ackerte sich Ahlen ins Halbfinale des Westfalenpokals. Egal, Ziel erreicht. Klappe zu.

Vreden gedanklich auf der Höhe

Die erste Hälfte gestaltete sich bereits, wie sich Pokalspiele eben so zu entwickeln pflegen. Bei einem Gefälle von einer Klasse meistens zäh, kalt, undankbar und mühsam. Vreden entpuppte sich als gedanklich auf der Höhe. So gute Chancen wie Ostenkötter und Hinkelmann hatte Ahlen erst gar nicht, wenn man einen nicht gegebenen Strafstoß gegen Mai mal Außen vor lassen will (22.). Immerhin ging es mit einem 1:1 in die Katakomben, nachdem zuerst der erneut starke Mamutovic nach Pass von Holldack aus der Drehung einschob (21.) und sieben Minuten später Hinkelmann der SpVgg im Strafraum zum 1:1 ins lange Eck traf.

 „Schwer reingekommen und dann ein bisschen sorglos“, gab Trainer Andreas Zimmermann zu. Was folgte, war nicht schön, aber effektiv. Und wenigstens spannend in der letzten Viertelstunde, nachdem der eingewechselte Eickhoff mit Vorarbeit Mamutovics Ahlen erneut in Front gebracht hatte (75.) und Vreden mit dem Mut der Verzweiflung und jeder Menge Brause im Blut bis zum Abpfiff attackierte als gäbe es nie wieder einen Frühling.

Letzte Gegner stehen Anfang Dezember fest

 Aber RW Ahlen ließ sich mit einem gnadenlosen Kahlert in der Innenverteidigung diesen Vorteil nicht ein zweites Mal wegschnappen. Eben der Kahlert, der nach eine Ecke Holldacks per Kopfball an die Latte die größte Ahlener Chance verpasste (73.). Die kampfstarken, aber doch unterlegenen Gäste kamen mit einigen Dreiviertelchancen, die Szczepankiewicz leicht entschärfte, nicht mehr für ein Elfmeterschießen in Frage und können noch als Lottofee mitspielen, wenn das Halbfinale ausgelost wird, für das Drittligist SC Verl feststeht und Anfang Dezember die Regionalligisten Preußen Münster und SV Rödinghausen noch spielen müssen. Gegen Erkenschwick und in Rheine – ganz sicher auch nichts für Feiglinge.

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