RW Ahlen siegt 8:0 - „Zimbo“ lässt die Löwen los



So wird Geschichte geschrieben. Mit einem unfassbaren 8:0 über Wattenscheid schwingt sich RW Ahlen auf Platz zwei der Samstagstabelle.

Das Löwenrudel hat sich satt gefressen (v. l.) André Dej, Hüseyin Bulut, Cihan Özkara, Hakan Sezer  und  Christian Skoda machten Rabatz in der Offensive.

Ahlen (uwe) - Man hätte fast Mitleid bekommen, hätte der Vollrausch des Siegers nicht alles andere überschattet. Ein 4:0 über Wattenscheid war ja eigentlich durchaus sportlich genug, aber dann folgte mit der Demütigung der finale Schubser über die Klippen am Steilufer der Werse.

In den letzten 15 Minuten zerlegte RW Ahlen seinen Gegner an diesem Samstag noch einmal so dermaßen gründlich, dass die Raufaser selbst im VIP-Raum Risse bekam. Borgmann und Holldack auf Özkara – 5:0 (76.), Özkara auf Holldack zum 6:0 (83.), Marzullo schlenzt einen langen Ball zum 7:0 ein (85.), und Gueye stochert zu Holldack, zack!, 8:0. Die Wuppertaler Schmach endet in der 89. Minute mit der totalen Zerlegung.

„Danke für die Lehrstunde“

 „Ich danke für die Lehrstunde“, nickte Ahlens Ex und jetziger SGW-Trainer Christian Britscho mit versteinerter Miene. Nun habe Ahlen für alles sichtbar die Fehler seiner Mannschaft aufgedeckt. Und die wolle man nun intern diskutieren. Da wird viel zu reden sein, denn RW Ahlen war dem Aufsteiger in allen Belangen überlegen.

 Ein Gast, der zwar mit Herzen schon in der Regionalliga war, aber Kopf und Beine noch in der Oberliga geparkt hatte. Etwa 30 Minuten war Wattenscheid bemüht, schien aber zum Biss die Zähne an der Lohrheide im Glas vergessen zu haben. Ahlens Defensive hatte die Gäste schnell im Griff, als dann noch Wattenscheids Sane nach einem Zusammenprall mit Zuhs mit einem Cut an der Stirn ausfiel, war das nach einer halben Stunde das Signal für das rotweiße Sahnestück, den Sturm, seine Löwen loszulassen.

Nach der Pause sieben Tore

André Dej legt – wie so oft aus der Distanz – zum 1:0 vor (38.), schon da drückte und drängte Ahlens Dominanz Wattenscheid atemlos zusammen. Nach der Pause implodierte das Gemenge endgültig: Özkara verwandelt einen Foulelfmeter, den Esser an Skoda verursacht hatte (48.), und Skoda bedient Sezer, der unbedrängt durch die Mitte kommt und zum 3:0 netzt (59.).

Wattenscheid bröckelte nicht nur, nein, es wurde im Ahlener Elan gnadenlos demontiert. Zwei Chancen im ganzen Spiel (Yesilova, Küper) bewiesen nur die Hilflosigkeit des Liga-Neulings. So, wie Bulut im großen Solo zum 4:0 seinen Gegenspieler Esser stehen lässt, als sei der gar nicht erst aus der Kabine gekommen(67.).

„Und dann haben wir Wattenscheid einfach überrannt“, kommentierte Trainer Andreas „Zimbo“ Zimmermann mit strahlenden Augen die letzten vier Volltreffer zum höchsten Ligasieg der Ahlener Geschichte. „Ich hatte bestimmt zehnmal Gänsehaut.“ Gut gebrüllt, Löwen!

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