Unterhaltsam: Oelde und Lette teilen die Punkte



Wenn es so viel Spaß macht, es rauf und runter geht, dann macht Kreisliga-Fußball Freude. Kunst und Können sind eh überbewertet.

Viele hohe, lange Bälle, wenig Sicherheit: Oft entschied sich ein Zweikampf eher mit Willen statt mit Technik. Hier kämpfen Oeldes Stricker (vorn) und Stertkamp vom VfB Lette.

Oelde (uwe) - Es ist ja nichts Böses dabei, wenn pure Begeisterung und der Elan größer sind als die Qualität. In einem knochentrockenen Kreisliga-Derby gehört das sogar zum Standard, ebenso wie der grandiose Unterhaltungswert, wenn sich zwei Teams bis aufs Blut in Grund und Boden rennen.

Insofern war das 3:3 gestern zwischen der SpVgg Oelde und dem Nachbarn aus Lette großes Kino, auch, wenn es nicht für einen Oscar auf ganz großer Leinwand reichte.

 „Spiel, Einsatz oder Laufwege, da sahen wir nicht so gut aus“, gibt Oeldes Trainer Tobias Brinkmann zu. Was auch sonst, wenn man 3:0 führt, in Unterzahl gerät und die letzten zehn Oelder Männer sich mit langen Bällen überrumpeln lassen. „Haben wir den Sieg abgeschenkt“, ärgert sich Brinkmann ein wenig.

Und fast als Echo hallt es von Gegenüber zurück: „Wir waren nicht clever genug für das 4:3“, brummelt Lettes Übungsleiter Matthias Maibaum und hat schon irgendwie Recht. Denn nach desaströsen 20 Minuten und dem Totalverzicht auf eine Defensive übernahm Lette dann doch das Heft des Handelns und wäre beinahe noch als Triumphator aus dem Jahnstadion stolziert.

Alles entschieden? Flötepiepen!

Aber nur beinahe: Oelde legte nämlich unfassbare drei Treffer in den ersten 13 Minuten vor. „Unsere letzte Linie ist zu früh vorgegangen“, kommentierte Maibaum die Lücke, so breit wie das Feld, die Winkelmann per Kopf, Brockhinke und Stricker zum 3:0 mit Kusshand nutzten.

Alles entschieden? Flötepiepen! Nach 20 Minuten begann Lette endlich auch, Fußball zu spielen (mit Abwehr), und Oelde bekam Probleme. Zweimal rettete Wiegard auf der Linie gegen Lettes Klinnert und Witte, dann parierte Winkelmann ebenso – nur falsch, nämlich mit dem Ball an der Hand. Rot für Oeldes Kapitän, und Witte verwandelt den Strafstoß zum 1:3 (40.).

Im Anschluss ging aus dem Spielaufbau wenig, dafür umso mehr im wilden Ansturm, der dem Zufall Tür und vor allem Tor öffnete. Zugunsten Lettes und Hermes, der im Konter zweimal bis zum verdienten 3:3 traf (52./ 67.). Jedesmal, nachdem seine Kollegen zwei, drei satte Möglichkeiten verpassten. Dass es schließlich für keinen zum vierten Tor reichte, egal! Einen Zähler für beide, und drei dafür an den Spaß und das Bemühen.

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