Batterieforscher berichtet im Regionalrat Münster



In der jüngsten Sitzung des Regionalrates bei der Bezirksregierung Münster ging es unter anderem um Forschung und Mobilität.

In Münster wird an modernen Lithium-Batterien für unter anderem E-Autos geforscht. Über diese Arbeit ist am Montag der Regionalrat in Münster unterrichtet worden. Foto: dpa

Münster (rad) - Die Elektromobilität ist auf dem Vormarsch, und eine wesentliche Bedeutung kommt dabei den Batterien zu, die den notwendigen Strom liefern. Einer, der sich der Erforschung und Fertigung innovativer Energiespeicher verschrieben hat, ist Prof. Dr. Martin Winter.

Seit 2019 in Münster angesiedelt

Am Montag war er zu Gast in der Sitzung des Regionalrats bei der Bezirksregierung Münster. Winter war 2009 Gründer und ist jetzt wissenschaftlicher Leiter des MEET („Münster Electrochemical Energy Technology“) Batterieforschungszentrums der Universität Münster, und seit 2015 Gründungsdirektor des Helmholtz-Instituts Münster „Ionenleiter in der Energiespeicherung“. Es ist Teil des Instituts für Energie- und Klimaforschung (IEK) des Forschungszentrums Jülich.

2019 kam die Forschungsfertigung Batteriezelle, ein Institutsteil des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie, am Standort Münster hinzu. Dies soll zum Zentrum der Entwicklung einer modernen Batteriezellproduktion für Deutschland und Europa werden.

Nicht nur in Fahrzeugen anwendbar

Zurzeit arbeite ein Team von rund 150 Wissenschaftlern, Ingenieuren und Technikern in der Forschung und Entwicklung innovativer elektrochemischer Energiespeicher mit höherer Energiedichte, längerer Haltbarkeit und maximaler Sicherheit, erklärte Winter. Der Wissenschaftler machte aber deutlich, dass der Anwendungsbereich von Batterien weit über Fahrzeuge hinaus gehe. Eingesetzt würden sie ebenso als Speicher zum Beispiel für Photovoltaik- oder Windstrom, in der Robotik und in technischen Geräten.Prof. Dr. Martin Winter. Foto: Rademacher

Zurzeit sei der Anteil an Bleibatterien weltweit noch größer als der der Lithium-Ionen-Batterien. Doch es gebe für letztere immer mehr Anwendungsbereiche. „Die Lithium-Ionen-Batterie ist die Kerntechnologie für die Mobilität auf absehbare Zeit“, stellte er fest.

Lithium aus Meerwasser gewinnen

Zwei Aspekte hob Winter besonders hervor: die Wiederverwendung der Batterien und das Recycling der Inhaltsstoffe. In Münster sei man soweit, etwa 80 Prozent in den Kreislauf zurückführen zu können.

Hintergrund: Live-Übertragungen aus den Sitzungen des Regionalrats können Interessierte künftig auf dem Youtube-Kanal der Bezirksregierung Münster verfolgen. Das Gremium stimmte gestern einmütig zu, dies für zunächst ein Jahr zu erproben. Ziel sei es, eine größere Öffentlichkeit zu schaffen und den Regionalrat bekannter zu machen, sagte Vorsitzende Mechtild Schulze Hessing (Borken). (rad)

Bei der Gewinnung von Lithium setzt der Forscher auf das Meer. Lithium sei im Meerwasser unendlich verfügbar, dies müsse man nutzen.

Zwei Probleme nannte Winter gestern im Regionalrat: Gute Mitarbeiter würden vor Ablauf von Projekten ausscheiden, weil sie von der besser bezahlenden Wirtschaft abgeworben würden. Und: Für die noch bessere Verzahnung der in Münster betriebenen Grundlagenforschung mit der praktischen Erprobung von Anwendungen durch die starke technische Universität Twente in den Niederlanden wünsche er sich eine bessere Förderung. Der Regionalrat will dieses Thema aufgreifen.

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