Bei Trendsportart Spikeball ist Kreativität gefragt



Trendsportarten werden immer beliebter. Viele kommen dabei aus den USA - auch Spikeball, das Studierende an der Uni Bielefeld spielen.

Ein rundes Netz und ein kleiner gelber Ball: Mehr braucht es nicht, um sich ein Spikeballfeld aufzubauen. Am meisten Spaß macht es im Sand, wie hier bei den Teilnehmenden des Hochschulsportkurses an der Uni Bielefeld. Aber auch in Parks oder in der Halle kann man die Trendsportart spielen. Fotos: Kleinemeier

Bielefeld (gl) - Die Begeisterung für den Sport schwappt beim Zuschauen sofort über. Spektakuläre Flugeinlagen, Rettungsaktionen in letzter Sekunde, perfektes Zusammenspiel mit dem Partner: Spikeball hat einiges zu bieten.

Vergleichbare Regeln zum Beachvolleyball

„Die Sportart lässt sich am ehesten mit Beachvolleyball vergleichen“, sagt Linus Schoenen, Leiter des Spikeballkurses vom Hochschulsport der Uni Bielefeld. In der Regel wird in zwei Teams mit jeweils zwei Spielern gespielt. Sie platzieren sich um ein rundes aufgespanntes Netz, das Spielgerät ist ein kleiner, weicher und gelber Ball. Ein Team bringt den Ball mit einem Aufschlag auf das Netz zum Gegner, der ihm gegenübersteht. Der Aufschlagende muss mindestens 2,10 Meter von der Netzkante entfernt stehen.

Ab dann gelten vergleichbare Regeln wie beim Beachvolleyball. Es sind drei Kontakte pro Team erlaubt, dann muss der Ball ins Netz geschlagen werden und die andere Mannschaft ist an der Reihe. Für den Ballkontakt darf jedes Körperteil eingesetzt werden.

Flexibilität ist gefragt

Eine Besonderheit beim Spikeball: „Eine Begrenzung des Spielfelds gibt es nicht“, erklärt Schoenen. Alle können sich also 360 Grad um das Netz herumbewegen. Nur gegnerische Spieler dürfen nicht blockiert werden. Linus Schoenen (Mitte), Leiter des Spikeballkurses, ist selbst leidenschaftlicher Spieler. Sein Ziel ist es, einen Verein zu gründen.

„Das Ziel des Spiels ist es, den Ball so auf das Netz zu spielen, dass die gegnerische Mannschaft nicht mehr an den Ball kommt“, sagt der Bielefelder Student. Ein Fehler ist außerdem, wenn der Ball zweimal auf dem Netz aufkommt. Das bedeutet einen Punkt für die gegnerische Mannschaft. Gespielt wird bis 15 oder 21 Punkte.

Auf Sand, Rasen oder in der Halle

Bei der Frage, was den Sport ausmacht, kommt Spikeball-Enthusiast Schoenen schnell ins Schwärmen. „Da ist zum einen die große Flexibilität“, sagt der 27-Jährige, der Sport, Geschichte und Sonderpädagogik studiert. „Man ist nicht an ein festes Spielfeld gebunden. Das Netz ist leicht zu transportieren und kann überall aufgebaut werden.“

Im Sand mache es am meisten Spaß – da könne man sich am besten hinwerfen. Aber auch auf Rasen lässt sich problemlos eine Partie absolvieren. Und wenn es draußen zu kalt wird, kann man zur Not auch in die Halle ausweichen. Besser als nichts.

Steile Lernkurve

Das Spiel erfordere Schnelligkeit, Dynamik und Kreativität. Und auch die Atmosphäre sei bei der Sportart besonders. „Es gibt keinen Schiedsrichter – trotzdem wird nicht viel diskutiert: Man einigt sich oder wiederholt zur Not den Punkt“, sagt Schoenen. „Man versteht sich und hat zusammen Spaß.“

Die Lernkurve sei sehr steil, berichtet Spikeball-Experte Linus Schoenen. „Die ersten paar Spiele sind meist etwas holprig“, sagt er. Schwierig sei für Anfänger vor allem die Hand-Auge-Koordination. „Aber man lernt schnell, mit welcher Stärke und Technik man den Ball spielen muss.“ So komme ein guter Spielfluss zustande.

Seit 2017 ist Schoenen Leiter des Hochschulsportkurses. Sein Ziel ist es, in Bielefeld einen Spikeball-Verein anzusiedeln, um richtige Strukturen aufzubauen und das Leistungsniveau noch weiter anzuheben. „Außerdem wäre ich gerne Gründer. Es wäre doch cool, etwas aufzubauen, das in 50 Jahren immer noch besteht.“

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