Bitcoin-Versteigerung in NRW live im Internet 



Das NRW-Justizministerium versteigert an diesem Montag beschlagnahmte Bitcoins. Die Auktion war live im Internet zu sehen.

Am Montag versteigert das NRW-Justizministerium Bitcoins bei einer Online-Auktion. Foto: dpa

Düsseldorf (gl) - Das hat es auch noch nicht gegeben: An diesem Montag fiel um 12 Uhr der Startschuss für eine ungewöhnliche Online-Auktion. Das nordrhein-westfälische Justizministerium versteigerte beschlagnahmte Bitcoins. Diese stammen aus kriminellen Geschäften wie etwa Drogenverkäufen im Darknet. Den Startschuss für die Versteigerung wurde von NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) persönlich geben. 

Andere Bundesländer verkaufen Bitcoins

Dass Bundesländer beschlagnahmte Kryptowährungen zu Euros ummünzen wollen, ist zwar keineswegs neu. In der Vergangenheit hatten andere Länder die Bitcoins verkauft. Doch in Nordrhein-Westfalen kamen Gutachter zu dem Entschluss, dass diese versteigert werden müssten. Damit wird die Kryptowährung genauso behandelt wie andere beschlagnahmte Güter wie etwa Autos, Schmuck oder Elektrogeräte. 

Insgesamt haben die Strafverfolgungsbehörden in NRW in den vergangenen Jahren Bitcoins im Wert eines achtstelligen Betrags sichergestellt. Mit welchem Startpreis die Versteigerung beginnen wird und wie viele Bitcoins überhaupt angeboten werden, war vorab nicht bekannt geworden. Ersteigert wurden die Bitcoins auf einem Online-Portal. 

Angebote über Marktwert

Das Interesse an der Versteigerung war im Vorfeld auf jeden Fall groß. So berichtete die Pressesprecherin des NRW-Justizministeriums in der „Süddeutschen Zeitung“, dass das Telefon nach Bekanntwerden der Versteigerung nicht mehr stillgestanden hätte. „Ich konnte noch keinen Kaffee trinken und keinen Happen essen. Man hat uns hier die Bude eingerannt.“

Schon kurz nach Beginn der zwei Tage dauernden Online-Versteigerungen lagen die ersten Tranchen über dem aktuellen Marktpreis der digitalen Währung, der sich am Montagmittag bei knapp 54.000 Euro pro Bitcoin (BTC) bewegte. So lag ein Gebot für einen Bitcoin bei erstaunlichen 56.000 Euro. 

215 Bitcoins angeboten

Warum über dem Marktwert geboten wird, darüber konnten die Staatsanwälte nur spekulieren: „Vielleicht, weil man weiß, dass man von uns die Ware auch bekommt“, sagte eine Justizsprecherin. Die NRW-Justiz will insgesamt 215 Bitcoin mit einem aktuellen Wert von mehr als 11 Millionen Euro auf ihrem eigenen Auktionsportal anbieten. Sie werden nun nach und nach versteigert. Der Erlös fließt in die Landeskasse.

Das Interesse an der Versteigerung war im Vorfeld auf jeden Fall groß. So berichtete die Pressesprecherin des NRW-Justizministeriums in der „Süddeutschen Zeitung“, dass das Telefon nach Bekanntwerden der Versteigerung nicht mehr stillgestanden hätte. „Ich konnte noch keinen Kaffee trinken und keinen Happen essen. Man hat uns hier die Bude eingerannt.“

Hintergrund: Neben dem Bitcoin gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Kryptowährungen. Deren Wert ist jedoch bei weitem nicht so hoch wie beim Bitcoin. Eine weitere Kryptowährung, die ebenfalls einen hohen Umtauschwert besitzt, ist Ethereum, der in etwa 3555 Euro wert ist. (pa)

Bitcoin ist eine Digitalwährung, die starken Schwankungen unterliegt. Derzeit hat ein Bitcoin einen Wert von 53.875 Euro. Am vergangenen Mittwoch lag der Wert bei 56.643 Euro, ein neues Rekordhoch. Die Kryptowährung ist nicht nur bei Anlegern populärer geworden, sondern wird auch von Kriminellen genutzt.

Erstmals in Erscheinung getreten war der Bitcoin 2009. Anfangs gab es keinen Wechselkurs zu einer bestehenden Währung. Für das Jahr 2010 wurde dann ein Wechselkurs von 0,08 Cent pro Bitcoin festgelegt. 

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