Erste Frist für Führerscheinumtausch endet bald



Die EU will, dass künftig alle Führerscheine im EU-Raum einheitlich sind. Die ersten Führerscheine müssen bald umgetauscht sein.

Die alten Papierführerscheine müssen nach und nach den EU-Scheckkarten-Führerscheinen weichen. So will das die Europäische Union. Fotos: dpa

Kreis Gütersloh/Kreis Warendorf/Kreis Paderborn (gl) - Die Zeit wird allmählich knapp für die ersten Geburtsjahrgänge, die in Deutschland ihre alten Führerscheine aus Papier für Auto und/oder Motorrad umtauschen müssen. Wer zwischen 1953 und 1958 geboren wurde und eine Fahrerlaubnis besitzt, die bis einschließlich 31. Dezember 1998 ausgestellt worden ist, muss sich sputen. Denn bis zum 19. Januar 2022 muss der alte Lappen gegen einen EU-Scheckkarten-Führerschein ausgetauscht werden.

Fahrerlaubnis erlischt nicht, aber...

Das Bestehen einer Fahrerlaubnis kann für diese Geburtsjahrgänge dann nur noch mit dem aktuellen, auf 15 Jahre befristeten EU-Kartenführerschein rechtmäßig nachgewiesen werden. Darauf weist der Deutsche Automobilclub ADAC hin. Zwar erlischt die Fahrerlaubnis nicht, sollte man bei einer Kontrolle lediglich den alten Führerschein vorzeigen können. Es droht jedoch ein Verwarnungsgeld. Laut ADAC beträgt dieses zehn Euro. Auch im Ausland könne es demnach Probleme geben. Insgesamt müssen in den kommenden Jahren bundesweit 43 Millionen Führerscheine umgetauscht werden. Nach Angaben des ADAC sind noch etwa 15 Millionen Fahrerlaubnisse aus Papier im Umlauf, die vor dem 31. Dezember 1998 ausgestellt wurden. Hinzu kommen 28 Millionen Kartenführerscheine, die zwischen dem 1. Januar 1999 und dem 18. Januar 2013 ausgegeben wurden. Auch diese müssen umgetauscht werden.

Führerscheinstelle bearbeitet Umtausch

Beendet sein soll der ganze Prozess bis zum 19. Januar 2033. Wer bis wann seinen alten gegen einen neuen Führerschein eingetauscht haben muss, ist im Hintergrund abzulesen.

Generell erfolgt der Umtausch über die Führerscheinstelle des Kreises, in dem man wohnt. Dort wird ein Antrag auf Austausch der Fahrerlaubnis gestellt. Mitzubringen sind Personalausweis oder Reisepass, ein biometrisches Passfoto und der aktuelle Führerschein.

Wartezeiten könnten länger werden

Die Kosten für den Umtausch betragen um die 30 Euro. Der neue Führerschein wird durch die Bundesdruckerei per Post zugestellt. Laut dem Kreis Paderborn liegt die Bearbeitungszeit derzeit bei etwa zwei Wochen. „Wir rechnen jedoch mit wesentlich längeren Wartezeiten, je näher das Ende der Frist rückt und bundesweit die Umtausch-Anträge steigen“, heißt es weiter.

Umtauschfristen: Führerscheine, die bis einschließlich 31. Dezember 1998 ausgestellt worden sind:

  • vor 1953 (Geburtsjahr): 19.1.2033 (Umtauschfrist)
  • 1953 – 1958: 19.1.2022
  • 1959 – 1964: 19.1.2023
  • 1965 – 1970: 19.1.2024
  • 1971 oder später: 19.1.2025 Führerscheine, die ab 1. Januar 1999 ausgestellt worden sind:
  • 1999 – 2001 (Ausstellungsjahr): 19.1.2026 (Umtauschfrist)
  • 2002 – 2004: 19.1.2027
  • 2005 – 2007: 19.1.2028
  • 2008: 19.1.2029
  • 2009: 19.1.2030
  • 2010: 19.1.2031
  • 2011: 19.1.2032
  • 2012 – 18.1.2013: 19.1.2033

Wurde der alte Papier-Führerschein nicht von der Behörde des aktuellen Wohnsitzes ausgestellt, wird auch auch eine Karteikartenabschrift der Behörde benötigt, die den Führerschein ursprünglich ausgestellt hat, schreibt der ADAC. „Diese lässt sich per Post, telefonisch oder häufig auch online beantragen und wird direkt an die neue Führerscheinstelle geschickt.“

Kreis Paderborn schreibt Betroffene an

Der Kreis Paderborn erweist sich in der Angelegenheit als wahrer Service-Dienstleister. Denn die Behörde hat nach eigenen Angaben alle betroffenen Personen der Jahrgänge 1953 bis 1958, die ermittelt werden konnten, angeschrieben und die entsprechenden Unterlagen vorausgefüllt zugesandt. Die Führerscheinstellen der Kreise Gütersloh und Warendorf bieten diesen Service nicht an, wie es auf Nachfrage der „Glocke“ heißt. In Warendorf verweist man darauf, dass der Aufwand zu groß sei. Beim Kreis Gütersloh heißt es, dass „damit auch viele Verzogene oder verstorbene Personen“ angeschrieben würden.

Zahl der Umtausche nimmt zu

Wer angehalten wird und der Polizei nur einen alten Führerschein vorzeigen kann, dem droht ein Verwarnungsgeld. In Gütersloh appelliert man an die Eigenverantwortlichkeit der Führerscheininhaber. „Alle, die ihren Führerschein umtauschen möchten, können sich aus dem Internet die entsprechenden Informationen holen und die Formulare herunterladen“, schreibt die Kreisverwaltung. Auf Anfrage sende die Behörde diese auch zu – Telefon 05241/851200 oder per E-Mail abt22@kreis-guetersloh.de. Diese Dienstleistung sei auch in den Bürgerbüros zu bekommen. Insgesamt sei aber zu beobachten, dass die Zahl der Führerscheinumtausche zuletzt bereits zugenommen habe, teilt der Kreis Gütersloh weiterhin mit. Auch im Kreis Warendorf vernahm man schon vor mehr als zwei Jahren diesen Trend. Damals habe sich die Anzahl der Anträge im Vergleich zum Jahr 2018 verdoppelt.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.