Gutachter: Zwischenlager für Atommüll nicht nötig


Für viele Bürger in Ostwestfalen-Lippe ist das eine gute Nachricht. Das Bundesumweltministerium will die Untersuchung nun genau prüfen. 

Auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks Würgassen bei Beverungen (Kreis Höxter) ist ein Atommüll-Zwischenlager geplant. Laut einem neuen Gutachten soll dies nun nicht mehr notwendig sein, sagte der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies. Foto: dpa

Beverungen/Hannover (dpa). Laut einem neuen Gutachten ist der Bau eines Atommüllzwischenlagers im Dreiländereck von Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen nicht notwendig. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) hat jetzt eine erste Einschätzung zu den Ergebnissen der Untersuchung bei einer Sondersitzung des Umweltausschusses des Landtags in Hannover präsentiert. Zusammen mit NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte Lies die Untersuchung Ende 2021 in Auftrag gegeben. Das Gutachten enthalte nun starke Hinweise darauf, dass das Bereitstellungslager nicht notwendig ist, um das Endlager Schacht Konrad bei Salzgitter zu betreiben, sagte ein Ministeriumssprecher. Bisher ist vorgesehen, schwach- und mittelradioaktiven Müll in dem Zentralen Bereitstellungslager „Logistikzentrum Konrad“ auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks Würgassen bei Beverungen (Kreis Höxter) an der Weser zu sammeln und anschließend gebündelt nach Salzgitter zu liefern. „Wir haben schon vor Wochen angekündigt: Sobald uns das Gutachten übermittelt wird, werden wir es gewissenhaft prüfen“, teilte ein Sprecher des Bundesministeriums für Umwelt und nukleare Sicherheit mit.

Die örtliche Bürgerinitiative „Atomfreies 3-Ländereck“ begrüßte das Ergebnis des Gutachtens. Das Bundesumweltministerium müsse das Vorhaben nun unverzüglich stoppen. Die Initiative kritisiert den geplanten Standort regelmäßig in verschiedenen Punkten. Unter anderem sei die Anbindung schlecht und der Hochwasserschutz nur schwer herzustellen.

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