Kaiser-Wilhelm-Denkmal vor 125 Jahren eröffnet


Seit 1896 thront das Kaiser-Wilhelm-Denkmal über Porta Westfalica. Nun hat es eine Feierstunde anlässlich des 125-jährigen Bestehens gegeben.

Ein echter Blickfang: Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica.  Foto: dpa

Porta Westfalica (gl) - Mit einer Feierstunde hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Montag in Porta Westfalica (Kreis Minden-Lübbecke) an die Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals vor 125 Jahren erinnert. Eine große Feier soll wegen der Corona-Pandemie erst 2022 stattfinden. 

Ein wahrer Besuchermagnet

Der LWL als Eigentümer hatte das Denkmal auf dem Wittekindsberg aufwendig renoviert und vor drei Jahren mit neuem Besucherzentrum und Restaurant wiedereröffnet. Vor der Wiedereröffnung hatte der LWL mit 150.000 Besucher im Jahr gerechnet, gekommen waren 2018 und 2019 etwa 230.000 und 210.000.

„Der Touristenmagnet Kaiser-Wilhelm-Denkmal ist ein Riesenerfolg für die Region und weit darüber hinaus, getragen von der Region Westfalen-Lippe“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb vor rund 70 Gästen. „Das Konzept war ja, das Denkmal historisch für die Besucher durch das Besucherzentrum einzuordnen und außerdem die ganze Geschichte des Berges zu erzählen: von den Römern über Preußens Pomp bis zum Elend der Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg.“ 

Historische Einordnung 

Der Plan habe funktioniert: „Trotz Pandemie sind auch vergangenes Jahr etwa 200.000 Menschen am Denkmal gewesen. Ich hoffe, dass bald mit allen Akteuren noch mehr touristische Potenziale des Wittekindsberges gehoben werden können, nach dem Motto '2000 Jahre Geschichte auf 2000 Metern'", so Löb weiter. Dazu werde auch die enge Kooperation mit dem LWL-Preußenmuseum in Minden beitragen, das 2022 eröffne.

„Die Porta Westfalica zählt zu den drei größten Denkmälern in Deutschland - und ist für Reisende ein willkommener Orientierungspunkt für das Erreichen oder Verlassen von Westfalen“, sagte NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU). „Zum 125-jährigen Jubiläum des Kaiser-Wilhelm-Denkmals wird das historische Monument dem Anspruch gerecht, als Stätte der historischen Vermittlung und der politischen Bildung zu dienen. Denn neben der kompletten Restaurierung der Anlage ist ein Besucherzentrum eingerichtet worden, das das weithin sichtbare Denkmal von seiner Entstehungszeit bis zur aktuellen Situation einordnet“, erläuterte die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes-Nordrhein-Westfalen.

„Ein Geschenk für die Region“

„Als weithin sichtbare Landmarke und als Wahrzeichen der Stadt und der Region Porta Westfalica hat das Kaiser-Wilhelm-Denkmal in 125 Jahren nichts von seiner Beliebtheit und Popularität verloren“, sagte die Bürgermeisterin von Porta Westfalica, Dr. Sonja Gerlach. „Diese touristisch herausragende Sehenswürdigkeit ist für die Stadt und die Region Porta Westfalica ein wirkliches Geschenk.“ 

Zahlen & Fakten: 

  • Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica (Kreis Minden-Lübbecke) steht auf dem Wittekindsberg und wurde zwischen 1892 und 1896 nach einem Entwurf des Berliner Architekten Bruno Schmitz (1858-1916) errichtet. 
  • Das Standbild von Kaiser Wilhelm I., dem Gründer des Deutschen Reichs, wurde vom Herzebrocker Bildhauer Caspar vom Zumbusch (1830-1915) gestaltet. 
  • Die Kosten für den Bau des Denkmals betrugen 833.000 Goldmark, anderen Quellen zufolge sogar mehr als 1 Million Goldmark. 
  • Auftraggeber für den Bau des Denkmals war der Landtag der Provinz Westfalen. 
  • Das Denkmal besteht aus Sandstein und ist 88 Meterhoch. Damit ist es das zweithöchste Monument Deutschlands nach dem Völkerschlachtdenkmal in Leipzig (91 Meter). 
  • Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal ist Teil der „Straße der Monumente“ (pa)

Die Leiterin des LWL-Preußenmuseums in Minden und des Besucherzentrums, Dr. Sylvia Necker, erläuterte in einem Vortrag die gegenwärtige Bedeutung von Denkmälern für die bundesrepublikanische Demokratie. Denkmäler, so Necker, seien nicht wegen der in Stein gemeißelten Botschaften wichtig, sondern, weil sich an ihnen kontroverse Debatten entzünden, so zum Beispiel aktuell im Hinblick auf Kolumbus Denkmäler in den USA. Necker: „Auch hier soll das Denkmal zum Ausgangspunkt für kritische Auseinandersetzungen mit den zentralen Akteuren der deutschen Kolonialgeschichte wie Wilhelm I. werden.“ Dies sehe sie zukünftig als vorrangige Aufgabe des LWL-Besucherzentrums im Kaiser-Wilhelm-Denkmal.

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