Landesbausparkasse LBS West in Münster prüft Fusion




Fusionen häufen sich in der Finanzwelt. Nun prüft die Bausparkasse LBS in Münster den Zusammenschluss mit der LBS Nord in Hannover.

LBS-West Zentrale in Münster in der Nähe des Aasees: Die LBS West ist fast doppelt so große wie die LBS Nord. Die Institute prüfen einen Zusammenschluss.

Münster (be) - Bei den Landesbausparkassen bahnt sich eine Fusion an. LBS West (Münster) und LBS Nord (Hannover) prüfen den Zusammenschluss.

Mit einer Bilanzsumme von 22,3 Milliarden Euro wäre das fusionierte Institut bundesweit die größte öffentliche Bausparkasse. Das Geschäftsgebiet der beiden Institute umfasst die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Berlin und Bremen – in dem Gebiet leben insgesamt 30,4 Millionen Menschen.

Absichtserklärung unterzeichnet

 „Die Träger beider Häuser haben sich in einem so genannten ‚Memorandum of Understanding‘ darauf verständigt, die Synergien aus einem möglichen Zusammenschluss im Detail zu analysieren“, teilte die LBS West gestern mit. „Wir sehen in einem möglichen Zusammenschluss die Chance, beide Häuser zu einer noch stärkeren und schlagkräftigeren Marktposition zu führen“, sagte Jörg Münning, Vorstandsvorsitzender der LBS West.

Gute Chancen auf Umsetzung

In Finanzkreisen wird der Fusion gute Aussichten auf eine erfolgreiche Umsetzung gegeben. Angesichts der Vielzahl an Detailfragen sei eine Fusion jedoch frühestens im kommenden Jahr wahrscheinlich, hieß es. An den Verwaltungssitzen in Münster und Hannover werde festgehalten.

LBS West deutlich größer als LBS Nord

Die LBS West ist mit einer Bilanzsumme von 14,7 Milliarden Euro und 618 Mitarbeitern deutlich größer als die LBS Nord mit einer Bilanzsumme von 7,6 Milliarden Euro und 463 Mitarbeitern. Bei der Immobilienvermittlung machen die Institute schon eine Weile gemeinsame Sache: Ihre Töchter für dieses Geschäft legten sie schon im Jahr 2013 zusammen.

Branche unter Druck

Die Bausparbranche steht wegen der andauernden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank schon lange unter Druck. Kredite über einen Bausparvertrag abzurufen lohnt sich für viele Kunden kaum noch, weil sie auch ohne dieses Konstrukt gute Konditionen auf dem Markt bekommen. Um Kosten zu sparen, könnte es in den kommenden Jahren zu weiteren Fusionen unter den Landesbausparkassen kommen. Derzeit gibt es bundesweit noch acht Institute.

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