Mietbelastungen in Gütersloh moderater als in Münster



Die Miete ist für Familien in Großstädten zu einer großen finanziellen Belastung geworden. Das geht aus einer Analyse von Immowelt hervor.

Bevor die Schlüsselübergabe perfekt ist, müssen sich Familien gut überlegen, wie viel Geld sie für die Miete zur Verfügung haben. Eine Analyse von Immowelt zeigt, dass die Belastungen teils extrem hoch sind für eine vierköpfige Familie. Foto: dpa

Gütersloh/Münster/Bielefeld (gl) - In der Analyse wird die Mietbelastung für eine vierköpfige Familie (ein Voll- und ein Halbverdiener) bei einer Neuvermietung verglichen. Die Größe der Wohnung beträgt zwischen 80 und 120 Quadratmetern. Bei den Mietpreisen wird der Mittelwert genommen, der sich laut Analyse aus den Preisen für Wohnungen im Portal von Immowelt ergibt.

Vergleichsweise moderate Mieten in Gütersloh

Unterschieden wird, ob die Eltern keinen Berufsabschluss, einen anerkannten Berufsabschluss oder eine akademische Ausbildung haben. Als Grundlage dienen die von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Bruttoeinkommen für die jeweiligen Gruppen. Insgesamt 79 deutsche Großstädte werden von Immowelt verglichen, darunter ist auch Gütersloh. In der Dalkestadt liegt der Durchschnittspreis für eine Wohnung in der oben genannten Größe bei vergleichsweise moderaten 700 Euro. Während Familien, in denen die Eltern ohne Berufsabschluss sind, 28,8 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens für die Miete aufbringen müssen, sinkt der Wert bei Arbeitnehmern mit Berufsabschluss (23,7 Prozent) und Akademiker-Familien (17,8) teils deutlich. 

Deutlich höhere Belastungen in Münster

Ähnlich wie in Gütersloh sieht es in Ostwestfalens Oberzentrum Bielefeld aus, wo die durchschnittliche Miete bei 730 Euro liegt. Deutlich tiefer in die Tasche müssen dagegen die Familien in Münster für die Miete greifen. Bei einer durchschnittlichen Wohnungsmiete von 980 Euro liegen die Belastungen bei 38,4 Prozent für Familien, in denen die Eltern nicht ausgebildet sind. Dort müssen auch noch Menschen mit akademischem Abschluss 22,9 Prozent ihres Nettoeinkommens fürs Wohnen aufbringen. Insgesamt ergibt die Analyse von Immowelt, dass in mehr als jeder zweiten deutschen Großstadt auch Arbeitnehmer mit anerkanntem Berufsabschluss für eine familientaugliche Wohnung mindestens ein Viertel des Haushaltsnettoeinkommens für die Miete ausgeben müssen. Am schwierigsten ist die Lage in München (Durchschnittlicher Mietpreis: 1750 Euro) und Berlin (1360 Euro).

Schwierige Lage in Berlin und München

In beiden Metropolen geben selbst Akademiker-Familien rund ein Drittel ihres Einkommens fürs Wohnen aus. Familien, in denen die Erwachsenen ohne Berufsausbildung sind, sind es sogar 50 Prozent und mehr.

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