Münster-Marathon ein Erfolg - nicht nur für die Sieger



Zwei Jahre mussten sich die Lauf-Fans in Münster wegen der Corona-Pandemie gedulden. Am Sonntag fand endlich die nächste Ausgabe des Münster-Marathons statt. Einmal mehr mit Siegern aus Ostafrika.

Die letzten Meter über den roten Teppich: Der Zieleinlauf auf dem geschmückten Prinzipalmarkt im Herzen der Stadt ist einer der besonderen Gänsehaut-Momente des Münster-Marathons. Fotos: privat/Münster-Marathon

Münster (gl) - Sein Körper ist zierlich. Die Beine sind dünn – 55 bis 60 Kilogramm, so viel mehr wird Samuel Lomoi nicht mit sich herumtragen. Der Kenianer dominierte gestern die 19. Auflage des Volksbank-Münster-Marathons. Nach 2:12,14 Stunden war im Finish in Münsters guter Stube auf dem Prinzipalmarkt sichtlich geschafft. 

Kurz zum Arzt

Kurz sackte er auf die Knie, holte tief Luft, um denn abseits mit einem Becher Cola seinen Energiehaushalt wieder auf Vordermann zu bringen. Zwischenzeitlich wurde er gar ärztlich versorgt – der junge Afrikaner hatte sich vielleicht doch zu viel zugemutet.

Zumindest beim Siegerfoto mit seinem Freund und Landsmann Francis Cheruiyot (2:15,18), der Zweiter wurde, hatte er sein Lächeln wieder gefunden. „Es ist ein großer Erfolg für mich“, wirkte er berührt.

Auch bei den Frauen nichts Neues

Einen kenianischen Doppelsieg gab es auch bei den Frauen. Monica Cheruto (2:35:17) schnappte sich das volle Preisgeld vor Sophy Jepchirchir (2:38:31). Nichts wirklich Neues – die Läuferinnen und Läufer aus dem ostafrikanischen Hochland sind dem Rest der Welt mal wieder davongelaufen.

Immerhin waren 26 Nationen vertreten, davon allein 50 Niederländer. Beste Deutsche wurde Johanna Rellensmann (LSF Münster/2:44,09), schnellster nationaler Aktiver war Seriensieger Elias Sansar (TuS Eintracht Bielefeld/2:25,15).

Münster zieht es durch

Während große Events wie Köln, Düsseldorf und Frankfurt in der Pandemie das Aus ereilte, hielt Münster an seinen Plänen fest – und wurde belohnt. Knapp 2300 Aktive gingen unter dem Applaus Tausender geimpfter, genesener oder getesteter Zuschauerinnen und Zuschauer auf die 42,195 Kilometer.

„Wir haben den Mut gehabt, es durchzuziehen“, so Organisationschef Michael Brinkmann. Die Ausgangslage für den Lauf war zunächst vor dem Hintergrund der auslaufenden und dann wieder anstehenden neuen Corona-Schutzverordnung auf Landesebene mehr als holperig. Als es endlich grünes Licht gab, musste in nur zweieinhalb Monaten ein Pensum Arbeit geschafft werden, für das sonst deutlich länger Zeit blieb.

„Wir sind über uns hinausgewachsen“, sagte Brinkmann, während die Läuferinnen und Läufer das Motto „Volksbank-Münster-Marathon – meine best(e) Zeit“ lebten. Sie genossen den Lauf in vollen Zügen, spendeten Applaus und bedankten sich, dass die Durchführung ermöglicht wurde.

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