Brand auf Mallorca: Feuerwehrleute unter den Tatverdächtigen



Ein Kegelclub aus Münster soll auf Mallorca einen Brand ausgelöst haben. Unter Verdacht sind Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr.

Das Restaurant „Why Not“ in der Nähe des Ballermanns in Palma de Mallorca ist am Freitag in Flammen aufgegangen. Unter den 13 Touristen aus Münster, die den Brand ausgelöst haben sollen, sind Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr und ein Angestellter der Verwaltung. Sie wurden festgenommen und müssen mit Haftstrafen rechnen, wie es am Montag hieß.

Münster/Palma (dpa/gl) - Unter den 13 Touristen, die in Palma auf Mallorca wegen mutmaßlicher Brandstiftung in Untersuchungshaft sitzen, sind nach vorläufigen Informationen der Stadt Münster auch Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr und ein Angestellter der Verwaltung. Zu der 13-köpfigen Kegelclub-Reisegruppe zählen demnach sechs Mitglieder von Löschzügen aus zwei Stadtteilen, wie der Leiter der Berufsfeuerwehr Münster mitteilte. Die Stadt spricht dabei vorsichtig von noch ungesicherten Erkenntnissen. Die Stadt wolle zuerst die Ermittlungen der spanischen Behörden abwarten, sagte Wolfgang Heuer, Ordnungsdezernent der Stadt, laut Mitteilung. In Medien wird berichtet, dass die Verdächtigen größtenteils aus Münster-Albachten kommen. Fünf Mitglieder des Löschzuges Albachten sowie ein Mitglied des Löschzuges Roxel seien beteiligt gewesen.

Die Männer sollen beim Feiern das Schilfdach einer Bar in Brand gesteckt haben. Zwei Menschen, ein Mann und ein junges Mädchen, sind leicht verletzt worden. Den Tatverdächtigen drohen auf Mallorca nun längere Haftstrafen. 

Ein bis drei Jahre Freiheitsentzug möglich

Wenn sie angeklagt und der fahrlässigen Brandstiftung für schuldig befunden werden, können die Urlauber auf der spanischen Mittelmeer-Insel zu einem Freiheitsentzug zwischen einem und drei Jahren verurteilt werden, wie spanische Anwälte auf Anfrage erklärten. Bei vorsätzlicher Brandstiftung seien Haftstrafen von bis zu sechs Jahren vorgesehen, hieß es.  Wenn das Gericht der Ansicht sei, dass Menschenleben in Gefahr gebracht wurden, könne das Urteil auch deutlich schärfer ausfallen. 

Zigarettenkippen auf Terrassendach geworfen

Die 13 Münsterländer, laut „Mallorca Zeitung“ zwischen 24 und 45 Jahre alt, waren am Freitag festgenommen worden. Sie werden beschuldigt, am Freitagnachmittag bei einer Party auf dem Balkon ihres Hotels in Ballermann-Nähe Zigarettenkippen auf das Terrassendach einer Gaststätte geworfen und auch Alkohol darauf gegossen zu haben. Das Dach aus Schilfrohr fing Feuer.

Nach Medienberichten beschädigten die Flammen das Lokal und noch ein weiteres sowie eine angrenzende Wohnung und das Hotel. Es ist von einem Sachschaden von mindestens 150.000 Euro die Rede. Zwei Menschen seien dabei leicht verletzt worden, berichteten Medien. 

Untersuchungshaft ohne Anrecht auf Kaution

Der zuständige Ermittlungsrichter in Palma ordnete am Samstag für die Touristen Untersuchungshaft ohne Anrecht auf Kaution an. Die Beschuldigten sollen bei ihrem Verhör durch den Richter von ihrem Recht Gebrauch gemacht haben, die Aussage zu verweigern. Der Richter gehe von „gemeinsamer Verantwortung“ aus, schrieb die Zeitung „Diario de Mallorca“ und berichteten andere Medien unter Berufung auf die Justiz.

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