Paderborn: Erzbischof Hans-Josef Becker will Amt abgeben


Gibt es bald einen neuen Erzbischof in Paderborn? Der bisherige, Hans-Josef Becker, hat seinen Amtsverzicht erklärt. Die Gründe dafür.

Hans-Josef Becker hat den Papst um die Entpflichtung von seinen Aufgaben als Erzbischof von Paderborn gebeten. Foto: dpa

Paderborn (gl/dpa) - Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker hat Papst Franziskus in einem persönlichen Schreiben um die Entpflichtung von seinen Aufgaben als Erzbischof von Paderborn gebeten. Das teilte Erzbischof Becker am Freitagmorgen in Paderborn mit. „Ich spüre, dass der Zeitpunkt einer verantwortungsvollen Übergabe meines Amtes gekommen ist“, begründet Erzbischof Becker seine Entscheidung in einer schriftlichen Erklärung.

Intensiv über Schritt nachgedacht

Erzbischof Becker hält es an der Zeit, sein Amt und die damit verbundenen Aufgaben in jüngere Hände zu geben. Die nächsten großen Aufgaben und kommenden Herausforderungen sollen von jüngeren Generationen in der Leitung der Kirche getragen und gestaltet werden. „In den vergangenen Monaten habe ich intensiv über diesen Schritt nachgedacht und im Gebet Kraft für diese Entscheidung gesucht“, schreibt Becker, der am Mittwoch 74 Jahre alt geworden ist.

Er sei „voller Zuversicht“, dass die jüngeren Generationen auf dem eingeschlagenen Weg, namentlich dem „Synodalen Weg“ der katholischen Kirche in Deutschland und dem „Synodalen Weg 2030+“ des Erzbistums Paderborn, „mutig vorangehen und unserer Kirche starke Führung geben können“. Wofür die Kirche stehe, welche Relevanz sie heute besitze und welche Rolle der Glaube für die Menschen spielen könne, seien dringliche Fragen, denen viele Gläubige mit großem Engagement und Ideenreichtum begegneten, erläutert der Erzbischof: „Für den nicht immer einfachen, aber stets fruchtbaren und fairen Dialog bin ich sehr dankbar.“

Frohe Botschaft muss weiterhin Säule sein

„Im Kern steht unser fortwährender Auftrag, mit unserem Herrn Jesus Christus zu gehen und seine Frohe Botschaft von der Liebe Gottes zu verkünden“, betont Becker. Die Frohe Botschaft müsse Bestand haben in einer Phase epochalen Wandels. „Sie muss die tragende Säule aller Veränderungsprozesse in der Kirche sein. Und sie muss in Zeiten einer Pandemie, eines Kriegs mitten in Europa und des immer deutlicher werdenden Klimawandels mit lauter und kraftvoller Stimme verkündet werden.“

Zur Person: Hans-Josef Becker wurde am 8. Juni 1948 in Belecke/Warstein geboren. Becker ist der 66. Bischof und der vierte Erzbischof von Paderborn. Er wurde als Nachfolger des 2002 verstorbenen Erzbischofs Johannes Joachim Kardinal Degenhardt am 28. September 2003 in sein Amt eingeführt. (gl)

Über das Emeritierungsgesuch von Erzbischof Becker wird jetzt Papst Franziskus zu entscheiden haben, schreibt das Erzbistum. Erst mit Annahme des Gesuchs durch Franziskus tritt Erzbischof Becker in den Ruhestand.

Im Erzbistum Paderborn leben mehr als 1,4 Millionen Katholiken. Geografisch erstreckt sich das Erzbistum Paderborn auf einer Fläche von rund 15 000 Quadratkilometern - von Minden im Norden bis nach Siegen im Süden und von Höxter im Osten bis nach Herne im westlichen Ruhrgebiet. Zusätzlich zu den Gebieten in Westfalen zählen Teile des Kreises Waldeck-Frankenberg (Hessen) und die Stadt Bad Pyrmont (Niedersachsen) ebenfalls zum Erzbistum Paderborn.

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