Parteitage machen Weg frei für Schwarz-Grün in NRW


CDU (in Bonn) und Grüne (in Bielefeld) haben die letzte große Hürde auf dem Weg zu einer gemeinsamen Regierung in NRW genommen.

Felix Banaszak, Landesparteichef der NRW-Grünen, und Mona Neubaur, Landesparteichefin, stimmen auf dem Parteitag in Bielefeld über den Koalitionsvertrag ab.  Foto: dpa

Bonn/Bielefeld (dpa) - Sechs Wochen nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen haben CDU und Grüne den Weg frei gemacht für die erste schwarz-grüne Regierung des Landes. Parteitage der CDU in Bonn und der Grünen in Bielefeld stimmten am Samstag mit großer Mehrheit für die Annahme des ausgehandelten Koalitionsvertrags.

Wiederwahl von Wüst steht nichts im Weg

Damit steht der Wiederwahl von Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), der bislang Regierungschef einer schwarz-gelben Koalition ist, am Dienstag im Landtag praktisch nichts mehr im Weg. Da CDU und Grüne über eine komfortable Mehrheit von 115 der 195 Mandate verfügen, sind bei der geheimen Abstimmung keine Überraschungen in dem Fünf-Parteien-Parlament zu erwarten. 

In Bonn sagte eine große Mehrheit der Christdemokraten in einer offenen Abstimmung per Handzeichen Ja zu dem 146 Seiten starken Koalitionsvertrag. Das Parteitagspräsidium zählte in den Reihen der rund 580 anwesenden Delegierten 4 Gegenstimmen. 

Grüne diskutieren in Bielefeld stundenlang - und sagen am Ende Ja

Auch in Bielefeld stimmten die Delegierten der Grünen mit großer Mehrheit für den "Zukunftsvertrag für Nordrhein-Westfalen" - allerdings nach deutlich längerer, mehrstündiger Diskussion. Mit Ja stimmten 216 der Delegierten, 30 stimmten mit Nein, es gab 8 Enthaltungen. Die Grüne Jugend hatte der eigenen Partei zuvor empfohlen, den Vertrag abzulehnen. Sie vermisst verbindliche Maßnahmen für mehr soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz.

Wüst hatte den Koalitionsvertrag innerhalb von dreieinhalb Wochen mit der Landeschefin der Grünen, Mona Neubaur ausgehandelt. Die 44-jährige Diplompädagogin soll Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klima und Energie werden. Wüst und Neubaur hatten die Ergebnisse am vergangenen Donnerstag präsentiert. 

CDU erhält acht Ministerien - vier gehen an die Grünen

In den nächsten fünf Jahren solle NRW sozial gerechter, ökologischer, digitaler, wirtschaftlich stärker werden, hatte Neubaur zu den Zielen gesagt. Für Montag ist die Unterzeichnung des Koalitionsvertrags geplant. Mittwoch soll das komplette neue Landeskabinett öffentlich vorgestellt und im Landtag vereidigt werden. Der Koalitionsvertrag sieht acht Ministerien für die CDU vor, vier für die Grünen. Die Öko-Partei hat bereits bekannt gegeben, wen sie ins Kabinett entsenden möchte - die CDU hütet ihre Personalgeheimnisse noch. 

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