Pokal: Bielefeld, Schalke, Osnabrück und Münster raus


Packender Pokalabend: Der BVB erfüllt die Pflicht, Bielefeld und Schalke verlieren, Münster und Osnabrück verpassen die Sensation.

Frust nach dem Pokal-Aus: Bielefelds Bryan Lasme. Foto: dpa

Bielefeld/Dortmund/Gelsenkirchen/Münster/Osnabrück (nd/dpa) - Geführt, hinten gelegen, zurückgekommen, aber dann wieder geschlagen: Arminia Bielefeld kommt einfach nicht raus aus dem Tief und hat gestern Abend das ersehnte Erfolgserlebnis erneut verpasst. Nach neun sieglosen Spielen in der Bundesliga verloren die Ostwestfalen in der zweiten Runde des DFB-Pokals beim FSV Mainz 05 trotz einer frühen Führung mit 2:3 (0:0, 1:0) nach Verlängerung.

Okugawa und Klos treffen für Bielefeld, am Ende jubelt Mainz

Joker Marcus Ingvartsen hat die Mainzer erstmals seit vier Jahren wieder ins Achtelfinale geschossen. Der Däne traf vor 9000 Zuschauern in der 114. Minute zum 3:2 und entschied damit das rasante Zweitrundenduell mit dem Bundesliga-Vorletzten. Masaya Okugawa (2.) hatte die Ostwestfalen früh in Führung gebracht. Jonathan Burkardt (53.) und Karim Onisiwo (59.) drehten nach der Pause die Partie, ehe der erst 22 Minuten zuvor eingewechselte Torgarant Fabian Klos (89.) die bis zur letzten Sekunde kämpfenden Gäste in die Verlängerung köpfte. 

Kramers radikale Personal-Rochade

Torschütze Okugawa war einer von gleich sieben neuen Spielern, die Trainer Frank Kramer gegenüber dem 1:3 gegen Borussia Dortmund in die Startelf beordert hatte. Diese radikale Personal-Rochade zeigte Wirkung, denn Bielefeld war im ersten Durchgang die bessere Mannschaft. Bryan Lasme hätte für die Arminia sogar auf 2:0 erhöhen können. Dann drehte Mainz das Spiel.

Hazard lässt BVB beim 2:0 gegen Ingolstadt jubeln

Titelverteidiger Borussia Dortmund hat nach einem Arbeitssieg das Achtelfinale erreicht. Der BVB mühte sich gegen den Zweitligisten FC Ingolstadt am Dienstagabend zu einem 2:0 (0:0)-Erfolg. Vor der enttäuschenden Kulisse von nur 25 813 Zuschauern erzielte der eingewechselte Thorgan Hazard in der 72. und 81. Minute die Tore für die Gastgeber. 

Schalke scheitert bei 1860 München

Der TSV 1860 München hat an einem großen Pokalabend dem gerade wieder aufstrebenden FC Schalke 04 einen bitteren K.o. verpasst. Im Duell der Traditionsclubs rang der leidenschaftlich kämpfende Drittligist den Favoriten am Dienstagabend vor 15 000 Zuschauern im Grünwalder Stadion mit 1:0 (1:0) nieder.  Stefan Lex schoss die "Löwen" mit seinem Tor in der 5. Minute ins Achtelfinale. Nach der Roten Karte für Schalke-Verteidiger Malick Thiaw wegen einer Notbremse gegen Lex behauptete 1860 die Führung. Das Schalker Pokal-Aus war verdient und selbst verschuldet. 

Osnabrück verpasst Überraschung gegen Freiburg knapp

Trotz einer starken Leistung hat der VfL Osnabrück die nächste Überraschung im DFB-Pokal knapp verpasst. Gegen den weiter ungeschlagenen Erstliga-Dritten SC Freiburg mussten sich die Lila-Weißen am Dienstagabend in der zweiten Runde erst im Elfmeterschießen mit 2:3 geschlagen geben. Nach 120 packenden Minuten hatte es vor 11 530 Zuschauern im Stadion an der Bremer Brücke 2:2 (2:1, 1:1, 0:1) gestanden. Im Elfmeterschießen vergaben dann gleich drei Osnabrücker Spieler. Zuvor hatte Keven Schlotterbeck die Freiburger mit seinem Tor in der 120. Minute vor dem Aus bewahrt, nachdem Osnabrück durch ein Traumtor von Sebastian Klaas bereits wie der sichere Sieger ausgesehen hatte (108.).

Gugganig erzwingt die Verlängerung

In der regulären Spielzeit lief es genau umgekehrt. Dort hatte Osnabrücks Lukas Gugganig mit seinem Kopfball-Tor in der siebten Minute der Nachspielzeit die 30-minütige Extra-Schicht erst möglich gemacht. Freiburg war durch einen kapitalen Fehler von Osnabrücks Torwart Philipp Kühn in Führung gegangen, als Vincenzo Grifo einen Schlenzer ins leere VfL-Tor zirkelte (33.). Die letzten drei Minuten musste Osnabrück nach einer Gelb-Roten Karte für Ba-Muaka Simakala in Unterzahl überstehen.

Preußen schnuppert gegen Hertha an der Sensation

Beim SC Preußen wich die Enttäuschung schnell dem Stolz auf einen packenden, einen mitreißenden Pokalabend, der vieles hatte, auch wenn die Sensation letztlich ausblieb. Der Regionalligist schnupperte an der Überraschung, musste sich in der zweiten Runde des DFB-Pokals vor 11 037 Zuschauern an der Hammer Straße aber Hertha BSC Berlin mit 1:3 (1:1) geschlagen geben. „Tolles Atmosphäre, tolles Spiel, alle Münsteraner können stolz sein auf diese Leistung“, schwärmte Preußen-Trainer Sascha Hildmann trotz der Niederlage. Den frühen Rückstand durch Stevan Jovetic nach nur 126 Sekunden egalisierte Thorben Deters (41.), ehe die eingewechselten Ishak Belfodil (78.) und Marco Richter (83.) das Spiel mit ihren Toren spät auf die Seite des Erstligisten zogen. Hertha zitterte sich ins Achtelfinale.

Münsters Remberg fliegt nach Schwalbe vom Platz

Für Münster heißt es dagegen raus mit Applaus. Der Regionalligist lieferte eine richtig gute Vorstellung ab, schwächte sich Sekunden vor der Pause in seiner stärksten Phase aber unnötig selbst. Nach Deters’ Ausgleich brodelte das Preußenstadion, aus dem drohenden Langeweiler nach dem frühen Rückstand wurde doch der ersehnte packende Pokalfight. Und dann dieser Aussetzer von Nicolai Remberg – Schwalbe und Platzverweis! Münsters defensiver Mittelfeldspieler lässt sich im Sechzehner vor Vladimir Darida fallen, Schiedsrichter Frank Willenborg pfeift und zückt die Gelb-Rote Karte (45.+1). Wilde Proteste der Preußen, aber diese Entscheidung war korrekt. „Danach wurde es natürlich doppelt schwer, aber er muss auch nicht unbedingt Gelb-Rot zeigen“, haderte Hildmann mit der Entscheidung des Unparteiischen. Remberg selbst zeigte sich reumütig: „Mir hat niemand einen Vorwurf gemacht, aber ich glaube, die Aktion war spielentscheidend.“ 

Belfodil und Richter lassen Berlin jubeln

Trotz Unterzahl hielt der Regionalligist weiter gut dagegen und das Spiel lange offen, ehe es dann doch so kam, wie es kommen musste. Belfodil und Richter trafen für den Favoriten. Und weil die Gäste aus der Hauptstadt nicht wie Münsters Erstrundengegner Wolfsburg einmal zu viel wechselte, ist diese Niederlage amtlich. Widerspruch zwecklos. Auf die Pokal-Kür folgt wieder der Liga-Alltag, am Freitagabend gastiert der FC Schalke 04 II im Preußenstadion.

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