Münsterland nimmt sechs Corona-Patienten aus Bayern auf


Kliniken in Münster und Umgebung nehmen am Freitag sechs Corona-Patienten aus Bayern auf. Dabei kommt auch die Luftwaffe zum Einsatz.

Aus Bayern, Thüringen und Sachsen sollen beim bundesweit zwischen Bund und Ländern abgestimmten „Kleeblatt“-Mechanismus insgesamt 54 Covid-19-Patienten von Intensivstationen in aktuell weniger stark betroffene Gebiete im Norden und Westen Deutschlands gebracht werden. Am Freitag erreichen sechs Patienten Münster. Foto: dpa

Münster (gl/dpa) - Die Feuerwehr der Stadt Münster begleitet am Freitag die Verteilung von schwerstkranken Corona-Patienten aus Süddeutschland auf Krankenhäuser in und um Münster. 

„Das Pandemiegeschehen und die Krankenhaus-Überlastung in einigen Regionen im Osten und im Süden der Republik haben so dramatische Ausmaße angenommen, dass die dortigen Krankenhäuser die Lage aus eigener Kraft nicht mehr meistern können“, sagt der Leiter des Corona-Krisenstabes der Stadt Münster, Wolfgang Heuer. 

„Kleeblatt-Konzept“ kommt zum Einsatz

Maßnahmen zur Entlastung der betroffenen Regionen, die unter dem Titel „Kleeblatt-Konzept“ seit dem Sommer 2020 bundesweit geplant und vorbereitet wurden, kommen in dieser Extremsituation zum Einsatz. Konkret werden der Stadt zufolge am Freitag sechs Patienten aus Süddeutschland auf sechs Krankenhäuser in der erweiterten Region verteilt. Drei münstersche Krankenhäuser übernehmen je einen Schwersterkrankten. 

Geplant ist, dass bei der Verlegung Fluggerät der Luftwaffe zum Einsatz kommt. Die Feuerwehr Münster entsendet drei Intensivtransportwagen, die die Patienten vom FMO in die örtlichen Kliniken bringen werden. 

In NRW werden nach Landeszahlen vom Freitag 2595 Corona-Patienten im Krankenhaus behandelt, 334 davon auf Intensivstationen mit Beatmung. 362 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit für sehr schwere Fälle sind in Nordrhein-Westfalen aktuell noch frei.

„Belastbare Hilfestrukturen bestehen“

Wolfgang Heuer: „Die Hilfsaktion ist für die Betroffenen lebenswichtig und zugleich ein solidarischer Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie in unserem Land. Der Dank geht vor allem an die beteiligten Krankenhäuser, die die Patienten aus Süddeutschland aufnehmen werden und deren Intensivkapazitäten aktuell ausreichen, um die Hilfsaktion durchzuführen.“ Auch unsere Region könne in eine Lage kommen, Hilfe von außen zu benötigen. Da sei es gut zu wissen, dass belastbare Hilfestrukturen in Deutschland bestehe.

In Münster und dem Umland ist das Pandemiegeschehen bis heute vergleichsweise glimpflich verlaufen. Nach Angaben des Landeszentrums für Gesundheit liegt die Inzidenz in Münster am Freitag bei 158,3 und im NRW-Landesdurchschnitt bei 274,2. Den Bundeswert gab das RKI zuletzt mit 438,2 an.

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