Stahl-Bungalow wird Exponat in Dortmunder Hoesch-Museum


Ein in den 1960er-Jahren von der Firma Hoesch in Dortmund gebautes stählernes Fertighaus wird Ausstellungsstück des Hoesch-Museums.

Übergabe des Förderbescheids vor dem Stahl-Fertighaus L141 mit (v. l.) Stefan Mühlhofer (Geschäftsführender Direktor der Dortmunder Kulturbetriebe), Isolde Parussel (Leiterin des Hoesch-Museums), Stefan Heinrich und Jens Leder (Vorstandsmitglieder des Vereins der Freunde des Hoesch-Museums) und Ina Scharrenbach, NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung. Foto: Anja Kador/Dortmund Agentur

Dortmund (gl) - Nun ist die Finanzierung komplett: Das Land NRW beteiligt sich mit 250.000 Euro an der Versetzung des Stahl-Bungalows von seinem aktuellen Standort in Dortmund-Hombruch an das Hoesch-Museum an der Westfalenhütte. Damit ist die Erweiterung des Dortmunder Museums um das stählerne Fertighaus aus dem Jahr 1965 als Original-Exponat finanziell endgültig gesichert. Die nun zugesagten Mittel stammen aus dem Förderprogramm „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen.“ des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung (MHKBG) des Landes Nordrhein-Westfalen. Damit gibt das Ministerium gemeinsam mit der NRW-Stiftung den höchsten Förderbeitrag für das Projekt.  

Gebäude war Heimat für Hoesch-Angestellten und Familie

Landesbauministerin Ina Scharrenbach (CDU) hatte am Freitag den Stahl-Bungalow an seinem aktuellen Standort in Dortmund-Hombruch besucht und den Förderbescheid des Landes an den Verein der Freunde des Hoesch-Museums übergeben. Der Bungalow war über viele Jahre Heimat für die Familie eines leitenden Angestellten bei Hoesch und zugleich ein Produkt des Stahlunternehmens, mit dem sich Hoesch über die Region hinaus als vielseitiges, innovatives Unternehmen präsentierte.

Beispiel technologischer Innovation

„In unserem landeseigenen Förderprogramm fördern wir, was Menschen verbindet. Dortmund ist sehr eng verbunden mit Hoesch und Stahl“, sagte Scharrenbach bei der Übergabe des Bescheids. „Dank Ihrer Unterstützung kann dieses einzigartige Gebäude als anschauliches Beispiel einer technologischen Innovation und einer bestimmten Architektur und Wohnform der 1960er-Jahre gesichert werden.

„So bleibt ein historisches Erbe der Industriegeschichte Dortmunds erhalten und ist an seinem neuen Standort zwischen den Altbauten um den Borsigplatz und dem neu entstehenden Wohnquartier zugleich Ausdruck von Zuwanderung, Integration und Heimat“, sagte Jens Leder, Vorstandsmitglied der Freunde des Hoesch-Museums. An seinem neuen Standort wird der Bungalow das Hoesch-Museum als größtes Exponat sowie Bildungs- und Begegnungsort bereichern.

Bungalow Teil einer kleinen Wohnsiedlung

An der Dortmunder Westfalenhütte wird das stählerne Fertighaus vom Typ „L141“, damals ein hochinnovatives Eigenheim, zu einem historisch bedeutenden Exponat der Sammlung – und mit 141 Quadratmetern Grundfläche zugleich zum größten. Es ist eines von insgesamt rund 200 in den 1960er-Jahren produzierten Stahl-Fertighäusern und gehört zur dritten und letzten Generation. In Hombruch errichtete Hoesch ab 1962 eine kleine Siedlung aus Stahlfertighäusern, in denen vor allem leitende Angestellte von Hoesch wohnten; einer der Bungalows steht aber auch auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca.

Umsetzung für Anfang 2022 geplant

Die Translozierung des Dortmunder Gebäudes ist für Anfang 2022 geplant. Der Zeitplan sieht vor, das im Originalzustand erhaltene Stahlhaus am Hoesch-Museum im Herbst 2022 einzuweihen. Weitere Fördermittel zur Versetzung des Stahl-Bungalows ans Hoesch-Museum – neben den 250 000 Euro vom Land NRW – kommen vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (140 000 Euro), der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung (50 000 Euro) und der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege (250 000 Euro). 

Der Trägerverein „Freunde des Hoesch-Museums“ selbst beteiligt sich mit 135 000 Euro.

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