Studentenwohnungen teurer in den meisten Unistädten



Bis zu 16 Prozent mehr Miete müssen Studenten zahlen. Auch in Bielefeld und Paderborn steigen die Mieten, in Münster stagnieren die Preise.

Tiefer in die Tasche greifen müssen Studenten in 51 von 67 untersuchten Hochschulstädten. Auch in Bielefeld, Dortmund und Paderborn sind die Preise gestiegen. Fotos: dpa

Bielefeld/Dortmund/Paderborn/Münster/Nürnberg (dpa/gh) - Eine bezahlbare Wohnung zu finden, wird für Studenten in vielen Unistädten angesichts steigender Mieten immer schwerer. In den vergangenen 12 Monaten haben sich die Angebotsmieten von Studentenwohnungen in gut drei Viertel der untersuchten Hochschulstädte (in 51 von 67 Städten) verteuert. In der Spitze beträgt der Anstieg sogar 16 Prozent. Das ist etwa in Potsdam der Fall, wo sich die mittlere Miete für eine Studentenwohnungen um 60 Euro auf 440 Euro erhöht hat.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse vom Immobilienporta immowelt, in der die mittleren Angebotsmieten von Wohnungen (1 bis 2 Zimmer, bis zu 40 Quadratmeter) zwischen Januar und Juli 2022 mit dem Vorjahreszeitraum in 67 ausgewählten Hochschulstandorten verglichen wurden. In 28 Städten übersteigt der prozentuale Mietpreisanstieg dabei sogar die Inflationsrate von 6,8 Prozent im selben Zeitraum.

In Münster bleiben Preise gleich

Münster ist für seine teuren Wohnungsmieten in der Region bekannt. Doch hier scheint die Grenze des Bezahlbaren hingegen vorerst erreicht. Hier betrug die durchschnittliche Miete wie im Vorjahreszeitraum 410 Euro.

Bielefeld und Paderborn verzeichnen hingegen einen Preisanstieg bei studententauglichen Wohnungen. 30 Euro mehr zahlen Studenten, die Mieten stiegen somit um 9 Prozent von 320 auf 350 Euro. 3 Prozent teurer ist die Miete in Paderborn (320 statt 310 Euro).

Wer in Dortmund studieren und wohnen möchte, muss 20 Euro mehr zahlen als im vergangen Jahr. 320 statt 300 Euro und somit sieben Prozent teurer sind dort die Angebotsmieten.

410 Euro zahlen Studenten im Durschnitt für eine Wohnung (ein bis zwei Zimmer) in Münster. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse vom Immobilienportal Immowelt.

Weitere Anstiege in größten Unistädten

Am teuersten wohnen Studenten nach wie vor in München, wo eine Singlewohnung aktuell im Median 840 Euro Miete kostet. Vor einem Jahr waren es noch 760 Euro, was einem Anstieg von 11 Prozent entspricht. In anderen großen Unistädten haben sich die Angebotsmieten von studententauglichen Wohnungen ebenfalls erhöht. In Berlin müssen Studenten inzwischen mit 570 Euro rechnen - 10 Prozent mehr als im Vorjahr. In Frankfurt (540 Euro) und Hamburg (500 Euro) sind die Angebotsmieten binnen eines Jahres um 8 beziehungsweise 9 Prozent gestiegen. Etwas moderater fällt der Mietpreisanstieg hingegen in Köln aus, wo sich Studentenwohnungen um 2 Prozent verteuert haben.

Die Preisanstiege bei studententauglichen Wohnungen korrespondieren mit einer allgemeinen Entwicklung auf dem Mietmarkt. Die Nachfrage nach Wohnraum ist weiterhin groß. Und Studenten konkurrieren mit anderen Bevölkerungsgruppen um kleine Wohnungen. So suchen auch Singles oder Verwitwete zunehmend kleinere Wohnungen, weil sie sich angesichts des hohen Preisniveaus nicht mehr Wohnfläche leisten können.

Unterschiedliche Entwicklung in kleineren Städten

In kleineren Unistädten fallen die prozentualen Zuwächse bei den Mieten teils noch stärker aus als in den Metropolen. Am deutlichsten haben sich Studentenwohnungen in Potsdam verteuert. Mit 16 Prozent ist der prozentuale Mietpreisanstieg in Potsdam mehr als doppelt so hoch wie die Inflationsrate von 6,8 Prozent im selben Zeitraum.

Auch in beliebten Unistädten wie Tübingen und Mainz (jeweils plus 13 Prozent) sind die Mieten von Studentenwohnungen schneller gestiegen als die Inflation. In Städten wie Marburg (-3 Prozent) und Wiesbaden (-5 Prozent) sind die Mietpreise in den vergangenen 12 Monaten hingegen gesunken.

Günstig studieren im Osten und Ruhrgebiet

Die preiswertesten Wohnungen finden Studenten in den ostdeutschen Bundesländern. In Chemnitz, der günstigsten Unistadt, liegt die mittlere Kaltmiete einer Studentenwohnung aktuell bei 190 Euro (plus 6 Prozent). In Dresden (250 Euro; plus 7 Prozent) und Leipzig (290 Euro; plus 7 Prozent) fallen die Angebotsmieten ebenfalls vergleichsweise niedrig aus. Dasselbe gilt für die Unistädte des Ruhrgebiets. Wer in Gelsenkirchen (250 Euro; plus 4 Prozent), Bochum (290 Euro; plus 7 Prozent) oder Duisburg (290 Euro; plus 12 Prozent) studiert, zahlt für eine Singlewohnung nur ungefähr ein Drittel der Miete, die Münchener Studenten für eine vergleichbare Bleibe ausgeben müssen.

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