Studierende kehren an Unis und Hochschulen zurück



Mit dem Wintersemester soll endlich wieder Normalität an Unis und Hochschulen zurückkehren. Vorlesungen finden wieder in Präsenz statt.

Nach drei digitalen Semestern finden Vorlesungen größtenteils wieder in Präsenz statt: An der Fachhochschule Bielefeld werden 100 Prozent angestrebt. Die Räume der Fachhochschule Münster sollen im Wintersemester zu 75 Prozent ausgelastet werden.

Bielefeld/Münster/Paderborn (gl) - Nachdem coronabedingt drei Semester fast vollständig digital stattfanden, füllen sich an den Universitäten und Fachhochschulen ab Anfang Oktober wieder die Hörsäle. Die Vorlesungen sollen im Regelfall vor Ort und somit in Präsenz stattfinden – so die Vorgabe des Gesetzgebers.

Bei aller Freude über die Rückkehr der Studierenden: Für die Hochschulen und die Dozenten bedeutet das eine echte Herausforderung. 

„Freuen uns auf die Präsenzlehre“

Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk, Präsidentin der Fachhochschule Bielefeld„Nicht nur die Erstsemester sind ‚neu‘ an der Hochschule. In diesen Tagen betreten auch viele Zweit-, Dritt- und Viertsemester zum ersten Mal ihre Hochschule. Wir freuen uns sehr, dass wir nun die Präsenzlehre wiederaufnehmen können“, sagte die Präsidentin der Fachhochschule Bielefeld, Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk. 

Die Rückkehr zur Präsenzlehre ab dem 4. Oktober löst jedoch nicht nur Freude, sondern auch Sorgen aus – aus gesundheitlichen, organisatorischen oder finanziellen Gründen. Schramm-Wölk ist bewusst, dass viele Studenten nicht mehr in der Nähe ihres Studienortes wohnen oder mit einem weiteren Online-Semester geplant haben. „Die Rückkehr zur Präsenz bedeutet für uns alle erneut einen Kraftakt. Wir können nicht versprechen, dass es für alle die ideale Lösung geben wird – auch die Hybridform, also die Kombination von Präsenzlehre und digitaler Lehre, hat logistische Grenzen.“ 

Ziel sind 100 Prozent - aber nicht sofort

100 Prozent Präsenzveranstaltungen sind nach Angaben von Fachhochschul-Pressesprecher Lars Kruse das Ziel, aber das werde nicht sofort von „null auf hundert“ klappen. „Einige Vorlesungen werden in der Woche ab dem 4. Oktober nochmal im gewohnten digitalen Format stattfinden.“ Lehrende könnten dann die weitere Planung mit den Studenten vereinbaren und im Einzelfall freiwillig auch hybride Formate anbieten. „Präsenzvorlesungen haben für uns jedoch Priorität“, ergänzt Kruse. 

Ob Bielefeld, Münster, Paderborn oder Dortmund – die Rückkehr in die Hörsäle ist für jede Hochschule eine Herausforderung. Die Präsenzlehre erfolgt nach der 3G-Regel – die Studenten müssen für die Teilnahme an Lehrveranstaltungen ihren Status als Geimpfte, Genesene oder Getestete nachweisen. Kontrolliert wird dieser zum Beispiel durch vorgesehenes Personal. Zur genauen Umsetzung laufen derzeit noch die Planungen an den Universitäten. Die Räume der FH Münster werden je nach Lüftungssituation zwischen 50 und 75 Prozent ausgelastet. „Wenn die Raumbelegung nicht ausreicht, wird es hybride Vorlesungen geben“, erklärt Pressesprecherin Katharina Kipp.

50 Prozent Auslastung an der Uni Bielefeld

Hörsäle voll besetzen wie vor der Pandemie wird die Universität Bielefeld zunächst nicht: „In den Hörsälen ist nur die Hälfte der zur Verfügung stehenden Sitzplätze im Schachbrettmuster freigegeben, und in den Seminarräumen sind nur so viele Teilnehmer zugelassen, wie regulär Sitzplätze vorhanden sind“, erklärte die Universität auf Nachfrage. Demnach sollen große Vorlesungen und Seminare weiterhin vorrangig digital durchgeführt werden – Seminare und Praktika hingegen vorwiegend in Präsenz. „Insgesamt gehen wir davon aus, dass rund 60 Prozent der Lehrveranstaltungen im Wintersemester vor Ort stattfinden. In einigen Fällen als hybride Veranstaltungen.“ 

Uni Münster noch in der Planungsphase

An der Universität Münster soll im Wintersemester auch persönlich wieder Interaktion zwischen Lehrenden und Studierenden möglich ist: Derzeit befinde sich die Universität in der finalen Planung, was die Überprüfung der 3G-Regel betrifft, die Auslastungskapazitäten und der Umgang mit international Studierenden. 

Für Studenten in Quarantäne und Risikogruppen würden an den Universitäten und Hochschulen individuelle Regelungen geplant. Die Universität Paderborn möchte so viel Präsenz wie möglich und digitale Angebote nur in Einzelfällen anbieten. Studenten, die Angst vor einer Ansteckung trotz Impfung hätten, rät die Universität das Tragen einer FFP2-Maske zum zusätzlichen Schutz. 

Vergünstigte Tests für Studenten soll es nicht geben, wenn diese ab dem 11. Oktober kostenpflichtig sind. In Bielefeld können sich Studenten jedoch übergangsweise weiterhin kostenlos im Testzentrum der Universität testen lassen. Auch am 30. September ist ein Impfangebot geplant.

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