Viele rote Umschläge: hoher Briefwahlanteil erwartet


Kurz vor der Bundestagswahl haben viele Wähler in NRW ihr Kreuz bereits gemacht. Der Anteil der Briefwähler liegt auf Rekordniveau.

Wahlhelfer sortieren die roten Wahlbriefe mit den abgegebenen Stimmen für die Bundestagswahl 2017. In diesem Jahr gibt es einen deutlichen Zuwachs bei den Briefwählern. Archivbild: dpa

Bielefeld/Bochum/Dortmund (dpa) - Wenige Tage vor der Bundestagswahl haben Millionen von Menschen in Nordrhein-Westfalen bereits abgestimmt - per Briefwahl. Mehrere große Städte berichten von einer deutlich gestiegenen Nachfrage im Vergleich zu bisherigen Wahlen. Dies stellt die Städte vor Herausforderungen.

In einigen Städten mehr als 40 Prozent Briefwähler

In einigen Städten haben mehr als 40 Prozent aller Wahlberechtigten die erforderlichen Unterlagen beantragt. „Die Zahlen sind bereits jetzt Rekord“, teilte ein Sprecher der Stadt Köln mit. Die Wahlleiterin gehe insgesamt von einem Briefwahlanteil von bis zu 60 Prozent aus. In der Domstadt hatten sich demnach wenige Tage vor der Wahl mehr als 47 Prozent der Wahlberechtigten für die Briefwahl entschieden, das entspricht rund 346.400 Anträgen. Rund 85 Prozent der Unterlagen seien bereits zurückgeschickt worden.

Deutlicher Zuwachs

Bielefeld verzeichnet ebenfalls einen massiven Anstieg der Briefwähler. Am Freitag waren bei der Stadt mehr als 96.000 Anträge eingegangen, das entspricht 41 Prozent der Wahlberechtigten, wie eine Sprecherin mitteilte. 2017 seien es zum selben Zeitpunkt gerade mal 22,2 Prozent gewesen. „Es ist ein deutlicher Zuwachs am Interesse rund um die Briefwahl zu verzeichnen“, sagte auch ein Sprecher der Stadt Bochum. Dort seien rund 107 000 Anträge eingegangen, das entspreche etwa 40 Prozent aller Wahlberechtigten. In Dortmund haben mehr als 38,5 Prozent der Wahlberechtigten einen Antrag gestellt, in Essen waren es etwa 34,5 Prozent.

Auszählung in Düsseldorf in Messehalle verlegt

In der Landeshauptstadt haben wenige Tage vor der Wahl mehr als 42 Prozent aller Wahlberechtigten die Unterlagen beantragt. Rund 89 Prozent der Wahlscheine seien bereits zurückgesendet worden, teilte ein Sprecher mit. Die vielen Briefwähler stellen die Stadt Düsseldorf vor Herausforderungen. Die Auszählung der Briefwahl wurde in eine Messehalle verlegt, rund 1000 Wahlhelfende werden am Sonntag die Umschläge im Akkord öffnen. Und dennoch werde die Auszählung dauern, schreibt die Stadt. „Mit einem vorläufigen Ergebnis wird aufgrund des immensen Briefwahlaufkommens nicht vor Mitternacht gerechnet.“

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