Was tun bei einem Blackout? Tipps zur Vorbereitung



Was tun bei Stromausfall? Es gibt viele Tipps, wie man sich auf einen Blackout vorbereiten kann. „Die Glocke“ stellt die wichtigsten vor.

Was passiert, wenn es in Deutschland einen langanhaltenden Stromausfall gibt? Zwar gilt das laut Experten als unwahrscheinlich, doch ausgeschlossen ist es nicht.  Foto: dpa

Oelde/Berlin (gl/dpa) – Immer wieder geistert das Wort Blackout herum. Mitte September warnte der Deutsche Städte- und Gemeindebund wegen der Energiekrise vor flächendeckenden Stromausfällen in Deutschland im kommenden Winter. „Die Gefahr eines Blackouts ist gegeben“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg.

Experten sehen Stromnetz gewappnet

Ein Stromnetz-Stresstest der Bundesregierung kam kurz zuvor zu dem Ergebnis, „dass stundenweise krisenhafte Situationen im Stromsystem im Winter 22/23 zwar sehr unwahrscheinlich sind, aktuell aber nicht vollständig ausgeschlossen werden können“. Dabei ging es um ein Extrem-Szenario, in dem etwa wegen Gasmangels ein Viertel bis die Hälfte der Gaskraftwerke in Süddeutschland ausfallen, zugleich anhaltendes Niedrigwasser den Nachschub für Kohlekraftwerke ausbremst, französische Atomkraftwerke weiter außer Betrieb sind und viele Heizlüfter gleichzeitig genutzt werden.

Experten halten das deutsche Stromnetz allerdings für gut gewappnet. „Die Angst ist zu einem großen Teil Panikmache“, sagte etwa Energieexperte Christoph Maurer vom Beratungsunternehmen Consentec.

Kürzere Ausfälle kommen immer wieder vor

Zeitweise Stromausfälle sind jedoch beileibe keine Seltenheit in Deutschland. Allein in diesem Jahr fiel in den Kreisen Gütersloh und Warendorf mehrfach der Strom aus, unter anderem im August in Ahlen oder im Mai in Verl. Meist ist das Problem rasch gefunden und die betroffenen Haushalte sind schnell wieder an die Versorgung angeschlossen.

Doch was ist, wenn tatsächlich einmal der Strom über mehrere Stunden oder gar Tage ausfällt? Die Folgen wären immens. Wichtige Infrastruktur würde ausfallen: Neben der Stromversorgung wäre beispielsweise auch die Wasserversorgung betroffen, da die Pumpen elektrisch betrieben werden. Tanken ginge im Falle eines Stromausfalls nicht. Foto: dpa

Auch an den Tankstellen würde nichts mehr gehen. Mobilfunk und Internet? Ebenfalls tot. Genauso sieht es mit Geldautomaten aus. In Supermärkten könnte man nicht mehr einkaufen gehen, weil unter anderem die Kassen ausfielen.

Wie man sich vorbereiten kann

Dasselbe gilt auch für zuhause. Auch dort würde nichts mehr gehen, wenn der Strom über längere Zeit weg wäre. Deshalb ist es aus Sicht von Hilfsorganisationen wie dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) wichtig, dass man wichtige Dinge wie Lebensmittel, Wärme und Licht im Falle eines Blackouts daheim vorrätig hat. Um einem solchen Extremszenario entgegentreten zu können, gibt der ASB folgende Ratschläge:

Wärmen: Der ASB rät zunächst zu warmer Kleidung. Mit dieser lasse sich die Heizung eine Zeit lang ersetzen. Wenn vorhanden, dann sollte in den Nächten Thermounterwäsche getragen werden. Zudem helfen Schlafsäcke dabei, nicht auszukühlen. Und wer einen Kamin oder Ofen hat, sollte einen Vorrat an Kohle, Briketts oder Holz im Haus haben.

Lebensmittel passend einkaufen und lagern

Lebensmittel: Da das Einkaufen in einem solchen extremen Fall stark eingeschränkt wäre, sollte man sich laut ASB entsprechend mit geeigneten Lebensmitteln für etwa eine Woche eindecken. Was darauf zu beachten ist:

  • Pro Person zirka 14 Liter Flüssigkeit je Woche vorrätig halten.
  • Nur Lebensmittel und Getränke vorrätig halten, die man auch normalerweise nutzt. Nicht experimentieren, rät der ASB.
  • Lebensmittel kaufen, die möglichst lange haltbar sind und auf das Mindesthaltbarkeitsdatum achten. Lebensmittel ohne Kennzeichnung mit dem Einkaufsdatum beschriften.
  • Geeignete Getränke sind Mineralwasser, Fruchtsäfte, länger lagerfähige Getränke.
  • Die Lebensmittel kühl, trocken und dunkel aufbewahren.
  • Daran denken, falls es keinen Strom gibt: Am besten Lebensmittel kaufen, die auch ohne Kühlung gelagert werden und kalt gegessen werden können.
  • Auch tiefgekühlte Lebensmittel gehören zum Notvorrat und können nach einem Stromausfall problemlos verbraucht werden. Die aufgetauten Lebensmittel allerdings nicht noch einmal einfrieren.
  • An den Bedarf von Haustieren denken.

    Kochen geht auch ohne Strom

Kochen: Ohne Strom werden heutzutage die wenigsten Herdplatten heiß. Entsprechend wird es bei einem Stromausfall mit dem klassischen Kochen nicht klappen. Doch es gibt Alternativen. So schlägt der ASB, mit einem gasbetriebenen Campingkocher Mahlzeiten zuzubereiten. Geeignete Gaskartuschen zum Wechseln finden sich in jedem Baumarkt.

Kochen geht außerdem ganz simpel auf einem Grill. Egal ob Kohle- oder Gasgrill, auf beiden Varianten können Speisen gegart werden. Wichtig ist laut ASB aber, dass immer im Außenbereich der Grill verwendet wird. Denn im Innenbereich droht Erstickungsgefahr.

Batterien helfen in vielerlei Hinsicht

Licht: Ein Vorrat an Kerzen und Taschenlampen sowie Batterien, Ersatzlampen, Streichhölzern oder Feuerzeugen gehören laut Arbeiter-Samariter-Bund in jeden Haushalt. Besonders geeignet seien Kurbeltaschenlampen, mit denen durch Drehen Licht erzeugt wird. Mit einem passenden Gerät kann durch das Kurbeln auch ein Handy-Akku aufgeladen werden. Nachhaltig und vielseitig einsetzbar sind solar- und batteriebetriebene LED-Leuchten.Taschenlampen sollten im Notfall stets griffbereit sein. Foto: Paweltzik

Bargeld: Da bei einem langfristigen Stromausfall auch die Bargeldversorgung in die Knie ginge, weil Geldautomaten ausfielen, wird außerdem empfohlen, eine ausreichende Bargeldreserve zuhause zu haben. Diese ist zudem sinnvoll, weil Kartenzahlung ebenfalls nicht mehr funktionieren würde.

Radio: Kein Internet und kein Fernsehen, woher dann wichtige Informationen während eines Blackouts bekommen? Das gute alte Radio kann da weiterhelfen, sofern es batteriebetrieben ist oder eine Kurbel zum Aufdrehen hat. Ein weiterer Tipp: Auch das Autoradio funktioniert noch, wenn die Batterie noch Saft hat und/oder noch Kraftstoff im Tank ist.

Weitere Hinweise, wie man sich in einer Notfall verhalten soll, geben die Kreisverwaltungen Warendorf und Gütersloh auf ihren Internetseiten.

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